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  • 22.09.2009 - 12:20 GMT
  • BDEW
Verkehr, Telekommunikation und Energie

BDEW: Zunehmender Wettbewerb auf dem Gasmarkt

Gaspreise auf dem niedrigsten Stand seit Ende 2007 / Versorgungssicherheit in Europa: Hauptverantwortung der Unternehmen betonen

"Der Wettbewerb auf dem deutschen Erdgasmarkt funktioniert und gewinnt zunehmend an Dynamik. Seit zwei Jahren erleben wir eine neue Welle des Wettbewerbs im Haushaltskundengeschäft. Diese Entwicklung belegt beispielhaft das wachsende Angebot auf dem Erdgasmarkt und das Kundenverhalten", sagte Anke Tuschek, Mitglied der Hauptgeschäftsführung des Bundesverbandes der Energie- und Wasserwirtschaft (BDEW), heute auf der gasfachlichen Aussprachetagung in Leipzig. Die Zahl der verschiedenen Produkte und Anbieter, zwischen denen die Kunden wählen können, nehme stetig zu. "Weitere Unternehmen haben angekündigt, in den bundesweiten Gasvertrieb im Haushaltskunden-Bereich einzusteigen. Im Durchschnitt haben die Kunden mittlerweile die Auswahl zwischen zwölf Anbietern je Postleitzahlgebiet."
Immer mehr Kunden nutzen nach Angaben des Brancheverbandes ihre Wahlmöglichkeiten im Gasmarkt: Mittlerweile haben nach einer Erhebung des BDEW 23 Prozent der Haushaltskunden ihren Tarif oder ihren Erdgaslieferanten gewechselt. Ende 2007 lag dieser Wert noch bei elf Prozent. "Der Wettbewerb wird sich nach unserer Einschätzung weiter intensivieren", so Tuschek.
Die Gaspreise für Haushaltskunden in Deutschland sind mittlerweile im Schnitt auf dem niedrigsten Stand seit Ende 2007, so der BDEW. "Daran zeigt sich: Die Gasversorger geben sinkende Beschaffungskosten an die Kunden weiter. Und die Gaspreise in Deutschland sinken derzeit weiter", führte Tuschek weiter aus.
Skeptisch äußerte sich Tuschek zur aktuellen Resolution des Europäischen Parlaments zum weiteren Ausbau der Gasversorgungssicherheit in der Europäischen Union. Zwar sei es sinnvoll, gemeinsame Mindeststandards zur sicheren Versorgung für alle Mitgliedstaaten vorzugeben. "Die Rolle der Unternehmen muss deutlich hervorgehoben werden, statt sehr niedrige Schwellen für ein staatliches Eingreifen auf europäischer Ebene anzusetzen, wie es die Europäische Kommission vorschlägt. Ein zu frühzeitiges Eingreifen der EU-Kommission führt nicht zu mehr, sondern zu weniger Versorgungssicherheit, da die Gefahr besteht, dass nationale Verantwortung an die EU delegiert wird. Jeder Mitgliedstaat muss zuerst die eigenen Instrumente zur Sicherung der Versorgung ausbauen, bevor er Solidarität im Krisenfall einfordern kann."
Bundesverband der Energie- und Wasserwirtschaft

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