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  • 07.06.2012 - 17:51 GMT

Die „Erfolgsstory“ fortschreiben – EBD-Diskussionsveranstaltung zur Energiezukunft Europas

„Vernetzung“ kommt von „Netz“ – und so war es kein Zufall, dass die Diskussionsveranstaltung von EBD und Kommissionsvertretung zur Energiezukunft Europas nicht nur den Energienetzen gewidmet war, sondern auch dem Thema Vernetzung: Mit Dr. Florian Ermacora und Annette Knödler trafen sich Vertreter aus EU-Kommission und Wissenschaft als Referenten auf dem Podium, mit der Europa-Universität Viadrina hatte eine EBD-Mitgliedsorganisation die Veranstaltung mit 200 interessierten Diskutanten initiiert.

Anlass für „Neue Energie, alte Netze?“ war die Mitteilung der Europäischen Kommission über Erneuerbare Energieträger, die Energiekommissar Günther Oettinger am Vortag in Brüssel präsentiert hatte. Auf den Rahmen und die zentralen Inhalte der Mitteilung ging Dr. Florian Ermacora, Assistent des Generaldirektors Energie der Europäischen Kommission, in seinem Initiates file downloadKurzvortrag genauer ein: Im Hinblick auf die Verpflichtung der Europäischen Union, ihre CO2-Emissionen bis 2020 um 20% zu senken und den Anteil erneuerbarer Energien auf 20% zu erhöhen, sei Europa auf einem guten Weg, attestierte er. Die aktuelle Mitteilung diene dazu, den für ihren Energiemix verantwortlichen Mitgliedstaaten unterschiedliche Szenarien aufzuzeigen, wie die Reduktionsziele bis 2020 zu schaffen seien und wie politische Perspektiven nach 2020 aussehen könnten. Den Ausbau erneuerbarer Energien weiter zu forcieren, sei für die Mitgliedstaaten in jedem Falle unerlässlich – egal, ob sie in ihrem Energiemix weiter auf Atomkraft setzen, so wie Deutschlands Nachbarn Frankreich oder Polen, oder den Atomausstieg vorantrieben. Das sei nicht nur nachhaltig, sondern auch wirtschaftlich: Drei Millionen Arbeitsplätze schaffe, so Ermacora, der Ausbau Erneuerbarer bis 2020 europaweit. Damit sich diese „Erfolgsstory“ fortsetze, seien neben dem Ausbau von Netz- und Speicherkapazitäten die Vollendung des Energiebinnenmarktes und europäische Leitplanken für die Förderung erneuerbarer Energien notwendig. Zu beiden Punkten kündigte Ermacora für das kommende Jahr Vorschläge der Europäischen Kommission an. Die Mitteilung regt außerdem eine verstärkte Zusammenarbeit der Mitgliedstaaten untereinander und mit Dritten – z.B. in Projekten wie Desertec – an. So könne Deutschland z.B. aus Griechenland Solarstrom beziehen und das auf den nationalen Erneuerbaren-Anteil aufrechnen.

Dass es mehr Zusammenarbeit brauche, war auch eine der zentralen Erkenntnisse aus der Studie „Die Stromnetze der Zukunft – ‚smart‘ oder ‚dumb‘?“, die die Autorin Annette Knödler – Referentin für Umwelt, Klima und Energiewirtschaft an der Landesvertretung Baden-Württembergs in Brüssel – im Rahmen ihres Initiates file downloadErstkommentars vorstellte: So berücksichtigten die nationalen Erhebungen der Kosten der Netzeinspeisung  erneuerbarer Energien z.T. völlig unterschiedliche Parameter – eine Europäisierung auch der Wissenschaft sei dringend notwendig. Das Fazit ihrer Studie, die Knödler im Rahmen ihres Masterstudiums an der Opens internal link in current windowEuropa-Universität Viadrina erstellt hatte: „Smarte“ Netze sind auf die Dauer günstiger als herkömmliche, da sie flexibler auf die unterschiedlichen Anforderungen bei Angebot und Nachfrage reagierten, wenn unterschiedlichste Energiequellen verschiedener Erzeuger zum Einsatz kommen.

Die von Opens internal link in current windowEBD-Generalsekretär Bernd Hüttemann moderierte Diskussionsrunde drehte sich um die in der Mitteilung vorgestellten strategischen Optionen für den Zeitraum nach 2020 – Koordinierung, Harmonisierung oder Europäisierung der nationalen Energiepolitiken? – und dem Verhältnis von CO2-Reduktionszielen und dem Ausbau erneuerbarer Energien. Möglich sei, so Ermacora, dass diese doppelte Zielsetzung in eine gemeinsame Strategie nach 2020 münde – auch dazu könnte Energiekommissar Oettinger noch einen Richtlinienentwurf auf den Weg bringen, bevor sein Mandat Ende 2014 auslaufe. Genug Zeit, um sich zum Thema weiter zu vernetzen – die EBD wird die europäische Energiepolitik weiter begleiten.

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