Aktuelles > Die Vision: eine lückenlose digitale Karte aller europäischen Gewässer – EBD-Analyse zum Grünbuch Meereskenntnisse 2020

Artikel Details:

  • 19.11.2012 - 11:44 GMT

Die Vision: eine lückenlose digitale Karte aller europäischen Gewässer – EBD-Analyse zum Grünbuch Meereskenntnisse 2020

Bis zum Jahr 2020 will die Europäische Kommission eine lückenlose digitale Karte des europäischen Meeresbodens erstellen. Neben Informationen zu Topgraphie und Geologie soll sie Daten über menschliche Aktivtäten in den Meeren und deren Auswirkungen enthalten. Über die Schwierigkeiten und die Realisierbarkeit eines Europäischen Beobachtungs- und Meeresdatennetzwerkes (EMODnet) nach der 1. Politphase diskutierten 20 Interessenvertreter während einer EBD-Analyse zum Grünbuch Meereskenntnisse 2020.

Die EBD-Analyse war Teil einer laufenden Konsultation der Kommission zum Grünbuch „Meereskenntnisse 2020 – Von der Kartierung des Meeresbodens bis zu ozeanologischen Prognosen“ vom 29.8.2012 in den Mitgliedstaaten. Für die Kommission sind zwei Fragen interessant: Wie können Meeresdaten genutzt werden und welchen Zugang haben die Mitgliedstaaten zu diesen Daten? Die Konsultationen sollen Informationen über die Kohärenz der Datenquellen, die Kosten der Daten und ihre räumliche und zeitliche Auflösung liefern.

Bernhard Friess, Direktor der Generaldirektion für Maritime Angelegenheiten und Fischerei, präsentierte das Grünbuch, das Bestandteil der Initiative „Blaues Wachstum“ ist. Das Grünbuch verfolge vier Ziele: Kostenreduzierung bei der Datennutzung, Förderung von Innovation, bessere Möglichkeiten der Umweltfolgeabschätzung und Nachhaltigkeit. Das Ziel der Nachhaltigkeit könne erreicht werden, indem das Wissen über das Verhalten der Meere und die Auswirkungen menschlicher Aktivitäten dokumentiert wird.

Friess stellte die Bedeutung des Europäischen Meeresbeobachtungs- und Datennetzwerkes (EMODnet) heraus, dessen 1. Pilotphase im Jahr 2009 eingeleitet wurde. EMODnet ist ein Netz aus derzeit 53 Organisationen, die auf freiwilliger Basis gemeinsam an der Beobachtung der Meere arbeiten und dafür sorgen, die Meeresdaten frei zugänglich und interoperabel zu machen. Auf deutscher Seite beteiligen sich unter anderem das Alfred-Wegner- Institut für Polar- und Meeresforschung und das Zentrum für Material- und Küstenforschung des Helmholtz-Zentrums Geesthacht. Das Ergebnis der ersten Pilotphase sind sechs prototypische Plattformen für die Bereiche Hydrologie, Geologie, Biologie, Chemie, Physik und physische Lebensräume. Dabei handelt es sich um Internet-Gateways zu den Datenquellen in den Mitgliedstaaten. Durch diese Portale soll öffentlichen und privaten Nutzern der Zugang zu Karten und standardisierten Kartenprodukten ermöglicht werden.

Bis 2014 wolle EMODnet das Netzwerk aus 53 freiwilligen Organisationen vertiefen und die Auflösung der Meereskarten verbessern. Das Vorgehen für die Weiterentwicklung des Netzwerkes nach 2014 sei allerdings noch unklar. Deswegen stelle sich in der aktuellen 2. Pilotphase des EMODnets die Frage, wie es nach 2014 mit dem Netzwerk weitergehen soll. Entscheidend für die Weiterentwicklung von EMODnet nach 2014 ist die Finanzierung des Netzwerkes, wofür 30 Millionen € des Opens internal link in current windowMehrjährigen Finanzrahmens der EU vorgesehen sind. Die Entscheidung darüber fällt auf der außerordentlichen Tagung des Europäischen Rates am 22. Und 23. November 2012, zu dem die EBD am 26.11.2012 einOpens internal link in current window De-Briefing durchführt.

Insgesamt sah die GD für Maritime Angelegenheiten und Fischerei die Bereitschaft der Organisationen, sich an EMODnet zu beteiligen. Das Konzept des Europäischen Meeresbeobachtungs- und Datennetzwerkes weise einen guten Ansatz auf. Problematisch sei dagegen der bisher fragmentierte Datensatz.

Die Fragen der Teilnehmer bezogen sich auf die Herkunft der Daten in EMODnet, den möglichen Missbrauch öffentlich zugänglicher Daten und die Zielrichtung des Grünbuchs.

Dr. Marzenna Guz-Vetter, Vertretung der Europäischen Kommission in Deutschland, begrüßte die Teilnehmer. Opens internal link in current windowKaroline Münz, Stellvertretende Generalsekretärin des Netzwerks Europäische Bewegung Deutschland, moderierte die EBD-Analyse.

Opens internal link in current windowEBD Analysen vertiefen das Wissen zu aktuellen Fachthemen, vor allem zu Grünbüchern und Konsultationen der Europäischen Kommission, mit denen öffentliche Diskussionen zu geplanten EU-Politiken initiiert werden. Dazu wird der für das Grünbuch zuständige EU-Beamte zur Vorstellung und Kommentierung der Vorschläge eingeladen. Im Anschluss findet eine Diskussion mit den anwesenden Vertretern aus Interessengruppen und Zivilgesellschaft statt.

keine Kommentare

Ihre Email-Adresse wird nicht veröffentlicht.
Abbrechen