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Bildung, Jugend, Kultur und Sport

Europa in der Schule

Europa darf kein elitäres Projekt sein, es muss lebensnah für alle Altersstufen vermittelt werden – darin waren sich alle hochrangigen Gäste der 1. Bundeskonferenz der Europaschulen in Deutschland einig. Initiiert hatte dieses neue Veranstaltungs- und Vernetzungsformat die Ministerin für Bundesangelegenheiten, Europa und Medien des Landes NRW, Dr. Angelica Schwall-Düren. Durchgeführt wurde es in Kooperation mit dem Ministerium für Schule und Weiterbildung des Landes NRW. Über 200 Gäste, darunter zahlreiche Lehrkräfte von Europaschulen aus ganz Deutschland, waren der Einladung in die Landesvertretung Nordrhein-Westfalens gefolgt.

Angelica Schwall-Düren eröffnete die ganztägige Konferenz. Kultureller Austausch, das Erlernen von Sprachen und die Förderung von interkulturellen Kompetenzen seien nur ein paar der vielen guten Gründe für das Konzept Europaschule. Insbesondere in Krisenzeiten, die oftmals einen Nährboden für wachsende Euroskepsis bieten, seien sie die besten Botschafter für die Europaidee, so Schwall-Düren.

In einem weiteren Grußwort an die Teilnehmer warnte auch der ehemalige Vizepräsident der Europäischen Kommission, Prof. Günter Verheugen, vor wachsender Euroskepsis und erstarkendem Nationalismus. Man müsse also gemeinsam überlegen, wie man die Idee von einem gemeinschaftlichen Europa wieder attraktiv machen könne – die Europaschulen und andere Bildungsakteure leisten dafür einen entscheidenden Beitrag, so Verheugen.

Im Anschluss an die Grußworte berichteten Podiumsgäste aus Lehre und Wissenschaft aus der Praxis in den Europaschulen und gaben Impulse für die Europabildung. Die anschließende Mittagpause diente zum Informationsaustausch und zur Vernetzung auf dem „Markt der Möglichkeiten“. Hier waren beispielsweise der Pädagogische Austauschdienst (PAD), verschiedene Europaschulen, das Europäische Parlament und der Europäische Wettbewerb vertreten. Der rege Austausch auf dem Markt der Möglichkeiten machte deutlich, dass der Europäische Wettbewerb als Deutschlands ältester Schülerwettbewerb bereits gut bekannt und fest etabliert an Europaschulen ist. Großes Interesse fanden daher die EW-Themen für das kommende Jahr. In Anlehnung an das Europäische Jahr gegen Gewalt gegen Frauen und Mädchen 2016 wird sich die 63. Runde des EW dem vielfältigen, friedlichen Zusammenleben widmen. Diese Thematik wurde von den Teilnehmenden sehr positiv aufgenommen.

Am Nachmittag standen Workshops auf dem Programm, die von verschiedenen EU-Bildungsakteuren angeboten wurden. Die TeilnehmerInnen der Konferenz konnten im Vorfeld aus verschiedenen Workshops von „Erasmus +“ über „Externe Kooperationsmöglichkeiten von Europaschulen“ bis „Europa künstlerisch in der Grundschule“ auswählen. Auch der Europäische Wettbewerb durfte sich den Teilnehmenden in einem eineinhalbstündigen Workshop vorstellen. Fokus des Workshops lag auf der neuen Kooperation mit eTwinning. Als größte europäische Online Plattform für schulischen Austausch bietet eTwinning für Schulklassen die Möglichkeit, mit Klassen aus dem Ausland an gemeinsamen Projekten zu arbeiten.

Die Projektmanagerin des Europäischen Wettberbs Janin Hartmann und Christiane Meisenburg, erfahrene eTwinning-Moderatorin aus Berlin, stellten den rund 12 Teilnehmern des Workshops beide Projekte und insbesondere ihre noch junge Kooperation vor. Diese Kooperation wurde seitens der Teilnehmer sehr positiv bewertet, viele hatten jedoch noch konkrete technische Fragen, die umfassend beantwortet werden konnten. Der Workshop diente auch dem Austausch: Können die Lehrer und Lehrerinnen Projekte wie den EW und/oder eTwinning gut ihren Lehrplan integrieren? Was kann verbessert werden?

Sylvia Löhrmann, die nordrhein-westfälische Ministerin für Schule und Weiterbildung nahm sich viel Zeit für die Veranstaltung und besuchte fast alle Workshops, um sich einen Eindruck von der Arbeit und den Herausforderungen der Europaschulen zu machen.

In ihrem Schlusswort dankte die Ministerin den anwesenden Lehrkräften der deutschen Europaschulen und allen Organisatoren der Workshops noch einmal für ihren Einsatz. Sie alle erfüllen einen wichtigen bildungs- und gesellschaftspolitischen Auftrag, den es zu unterstützen und voranzutreiben gilt.

Die 1. Bundeskonferenz der Europaschulen stieß bei den Beteiligten auf positive Resonanz, dies unterstützten auch alle Workshop-Leiter in einer abschließenden Auswertungsrunde. Das Format einer solchen Bundeskonferenz wird sich in Zukunft hoffentlich etablieren und weiter ausgebaut werden.

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