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Hans Böckler Stiftung: EU-Grünbuch vernachlässigt deutsches Modell

Die EU-Kommission diskutiert über gute Unternehmensführung. Allerdings recht einseitig. Das deutsche Modell mit mitbestimmten Aufsichtsräten kommt beispielsweise kaum vor.

Wie sieht gute Unternehmensführung – Corporate Governance – aus? Und wo sollte die EU dafür Vorgaben fixieren? Diese Frage hat die Europäische Kommission Experten in ganz Europa gestellt. Wissenschaftler, Gewerkschaften und Verbände konnten Stellungnahmen zu einem geplanten EU-Grünbuch abgeben. Auch die Corporate-Governance-Fachleute der Hans-Böckler-Stiftung ­haben das getan.

Das Team aus Juristen und Ökonomen hält es für wahrscheinlich, dass sich die Kommission demnächst über neue Empfehlungen oder Richtlinien in die Regulierung von Unternehmensführung einschalten will. Aus Sicht der Experten der Stiftung eine problematische Entwicklung. Denn der Entwurf des Grünbuchs lege nahe, dass die Kommission über einheitliche Vorgaben für Europa nachdenkt, dabei aber relativ einseitig das angelsächsische Modell im Blick hat. In diesem "monistischen" System der Unternehmensführung sitzen operativ verantwortliche Manager und Unternehmenskontrolleure in einem gemeinsamen Gremium, dem Board.

Dagegen werde das in Deutschland und anderen mitteleuropäischen Ländern dominierende "dualistische" System weitgehend vernachlässigt, kritisieren die Experten der Stiftung. Das trennt zwischen Vorstand und Aufsichtsrat, also zwischen operativem Geschäft und Unternehmenskontrolle. Die Mitbestimmung von Arbeitnehmern im Aufsichtsrat komme im geplanten Grünbuch lediglich in einer Fußnote vor.
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