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  • 24.07.2012 - 14:44 GMT

Markenverband: Produkt- und Markenpiraterie boomt – die Gefährdung für den Verbraucher steigt dramatisch

Die heute veröffentlichten Zahlen zu Beschlagnahmen von Produkt- und Markenpiraterie durch die europäischen Zollbehörden sind aus Sicht des Markenverbandes ein entsetzliches Zeichen. Sowohl die Fälle des Zugriffs als auch die Zahl der aufgefundenen Artikel und deren Gesamtwert steigen von 2010 auf 2011 in weitere schwindelerregende Höhen.

15 Prozent mehr beschlagnahmte Waren und ein Gesamtwert von fast 1,3 Mrd. €, das ist der sichtbare Schaden für die europäische Wirtschaft. Dabei werden lediglich rund 2 Prozent der Waren an den europäischen Grenzen kontrolliert.
Für den Verbraucher ist die Lage aber noch dramatischer: Fast 24 Prozent aller beschlagnahmten Artikel waren Medikamente. Das sind mehr als 27 Mio. gefälschte Tabletten, Pillen und ähnliches.
„Die Schäden für die Industrie wurden lange Zeit nicht wirklich ernst genommen. Wer nun aber noch glaubt, es bestehe bei dieser Form der Kriminalität kein Handlungsbedarf, der spielt mit der Gesundheit und dem Leben der Menschen“, so Dr. Alexander Dröge, Leiter Recht beim Markenverband. „Wir vom Markenverband fordern daher seit längerer Zeit die Einführung einer Mindeststrafe für Produkt- und Markenpiraterie im größeren Ausmaß. Nun ist es an der Zeit. Bei dieser Gefährdungslage kann und darf Politik sich nicht mehr wegducken“, so Dröge weiter.
„Auch viele deutsche Kosmetikunternehmen sind seit Jahren massiv von den Auswirkungen der Produkt- und Markenfälschungen betroffen. Bei rund 2380 Grenzbeschlagnahmen an den Außengrenzen der EU, die unsere Branche betreffen,  sind im vergangenen Jahr Waren im Wert der Originalprodukte von fast 38 Mio. Euro aus dem Verkehr gezogen worden.
Sorgen bereitet uns zudem die Dunkelziffer gefälschter Waren, die an den Zollbehörden vorbei ins Land kommen und es bis zu den Konsumenten schaffen. Piraterieware entspricht nicht im Mindesten den Qualitätsstandards von Originalen und kann zu massiven gesundheitlichen Schädigungen führen“, erklärt VKE-Präsident Stephan Seidel, Geschäftsführer Clarins GmbH.
Erst vor wenigen Wochen hatten die Hamburger Zollbehörden rund drei Container mit insgesamt mehr als 150 000 Parfums sichergestellt.  Der Gegenwert der Originalware hätte bei rund 7,5 Millionen Euro gelegen. Dabei handelt es sich um die größte Menge an Kosmetika, die jemals in der Bundesrepublik Deutschland beschlagnahmt wurde.

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