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  • 09.11.2011 - 08:46 GMT

Menschenrechte leben – Eröffnung der Ausstellung „Menschenrechte und Zivilgesellschaft in Belarus“

Dass zivilgesellschaftliches Engagement nicht immer Revolution auf großer Bühne sein muss, beweist die Ausstellung „Menschenrechte und Zivilgesellschaft in Belarus“ in der Galerie des Netzwerks Europäische Bewegung Deutschland (EBD): Insgesamt 18 großformatige Fotos geben den kleinen täglichen Revolutionen in der letzten Diktatur Europas ein Gesicht. Die feierliche Eröffnung bot den rund 60 Gästen am Dienstagabend vielfältige und persönliche Einblicke in das Leben in Belarus.

Dafür sorgten zunächst die drei Gäste auf dem Podium der von Bartek Pytlas (Ostblick e.V.) moderierten Podiumsdiskussion:  „Vor einigen Jahren gab es eine Zeit ohne politische Gefangene in Belarus“, berichtete Katharina Wiatr, Expertin der Koordinationsgruppe Belarus bei Amnesty International, „da haben wir uns schon überlegt, andere Länder in den Fokus zu stellen.“ Eine Erwägung, die sich nicht zuletzt mit Blick auf die rund 2.000 Festnahmen im Kontext der Proteste in diesem Sommer erübrigt. Umso wichtiger bleibt die stetige Arbeit von Künstlern wie Marina Naprushkina. Sie dämpfte die Hoffnung auf einen großen Umschwung in Belarus, wie ihn die Staaten des arabischen Frühlings erlebt haben: Viel zu viele grade junge Menschen hätten das Land verlassen, die im Land Verbliebenen wenig Interesse an oder persönliche Motivation zum Protestieren. Wie schwierig es ist, in einem von vielen Jahren Totalitarismus geprägten Land wie Belarus ein Bewusstsein für Missstände zu entwickeln und daraus zivilgesellschaftliches Engagement zu initiieren, berichtete Irina Gruschewaja, die 1989 mit „Den Kindern von Tschernobyl“ die erste Bürgerinitiative in Belarus gründete. Für ihre Initiative wird Gruschewaja am 24. November mit dem „Preis Frauen Europas – Deutschland“ 2011 geehrt, den das Netzwerk EBD vergibt. Gruschewaja beschloss die Diskussion mit einem Zitat von Waclav Havel, das ihre Arbeit im Land charakterisiere: „Die Hoffnung, im Gegensatz zum Optimismus, ist nicht die Erwartung, dass es gut ausgeht, sondern das Engagement in Gewissheit, dass es Sinn hat, egal wie es ausgeht.”

Wie Engagement in Belarus aussehen kann, davon konnten sich die Gäste im Anschluss bei einem Empfang in der Ausstellung ein eigenes Bild machen.
 
Die Ausstellung „Menschenrechte und Zivilgesellschaft in Belarus“ wurde von sechs Organisationen – Amnesty International, dem Bund für soziale Verteidigung, der deutsch-belarussischen Gesellschaft, Kultur Aktiv und Libereco – ins Leben gerufen. Dass die ist eine gemeinsame Veranstaltung des Netzwerks EBD, Amnesty International und Ostblick. Sie kann vom 9. bis zum 23. November 2011 jeweils dienstags, mittwochs und donnerstags von 14 bis 17 Uhr in den Räumen der EBD besichtigt werden. Ausstellungsbegleitende Texte sind in Deutsch, Englisch und Russisch verfügbar.

Teile der Ausstellung werden außerdem am 24. November 2011 im Rahmen der Verleihung des „Preises Frauen Europas – Deutschland“ 2011 an Irina Gruschewaja im Europäischen Haus zu sehen sein.
Anmeldung für die Verleihung des „Preises Frauen Europas – Deutschland“ 2011.

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