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  • 01.04.2011 - 15:07 GMT

Von DIN A4 zur Sozialen Verantwortung – Paradigmenwechsel in der Normung?

Der Wandel der Bedeutung der Normung, traditionell in der Technik angesiedelt, hin zu einer Ausweitung auf den Dienstleistungssektor, damit verbunden die Einbindung der sozialen Verantwortung z.B. beim Thema Arbeitsschutz sowie der im Mai zu veröffentlichende Bericht zum europäischen Normungssystem der Europäischen Kommission mit der zukünftigen Gestaltung – zentrale Diskussionspunkte der Veranstaltung „Paradigmenwechsel in der Normung?“ von KAN, DGUV und Netzwerk EBD.

Mehr als 100 Interessierte nahmen in den Räumen des Zentralverbandes des Deutschen Handwerks an der Podiumsdiskussion teil. Initiiert hatten die Veranstaltung die Kommission Arbeitsschutz und Normung (KAN) und die EBD-Mitgliedsorganisation Deutsche Gesetzliche Unfallversicherung (DGUV), das Netzwerk Europäische Bewegung Deutschland (EBD) unterstütze bei der Umsetzung.
In seiner Einführung stellte Gregor Doepke, Pressesprecher und Leiter des Kommunikationsbereichs der DGUV, die traditionelle Bedeutung der Normung für den technischen Bereich dar und betonte den immer wichtiger werdenden Bereich der Dienstleistungen. Mit diesem werde auch die soziale Verantwortung auf den Tagesplan gerufen.
In der Diskussion mit Mariana Bode, Referentin für „Normung, Patentpolitik, Erfinderförderung“ im BMWi, Dr. Ing. Albert Hövel, Leiter der technischen Abteilung beim Deutschen Institut für Normung (DIN) und  Michael Koll, stellv. Vorsitzender der KAN und Leiter der Unterabteilung Arbeitsschutz im BMAS wurde deutlich, dass Deutschland seine Führungsrolle in der Neugestaltung des europäischen Normungssystems ausbauen und mit einer verstärkten Ausweitung auf den Dienstleistungssektor rechnen müsse.

Ferner erwarte man mit Interesse den im Mai zu veröffentlichenden Bericht der Europäischen Kommission und die kommenden Rechtsakte zum europäischen Normungssystem, jedoch müsse die Freiwilligkeit der Normung betont werden. Zudem werde die Notwendigkeit des nationalen Delegationsprinzips, also die direkte Beteiligung aller interessierten Kreise auf nationaler Ebene, bekräftigt. Daher gebe es einen Klärungsbedarf hinsichtlich des Vorschlags, europäische Verbände mit einem Stimmrecht auszustatten. Dies konterkariere das nationale Delegationsprinzip.

Betont wurde der Bedarf einfacherer Steuerungsprozesse, die eine Erleichterung der Beteiligung an Normungsprozessen ermöglichen. Im Gespräch wurde deutlich, dass ein konsensbasiertes Normungssystem von äußerster Wichtigkeit sei.

Mehr Informationen zur Europäischen Normungspolitik erhalten Sie hier.

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