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  • 19.06.2012 - 20:51 GMT

Wer wird „Frau Europas“ 2012? Sechs Nominierte stellen sich zur Wahl

Für die europäische Einigung aktiv soll sie sein, ehrenamtlich engagiert und grenzüberschreitend tätig – die Trägerin des „Preis Frauen Europas – Deutschland“. Bis Mai waren die Mitgliedsorganisationen der EBD und die ehemaligen Preisträgerinnen aufgerufen, ihre Kandidatin für das Jahr 2012 zu benennen. Aus sechs völlig unterschiedlichen Vorschlägen – von der Japanologin in bis zur Juristin, vom Harz bis nach Passau – wählt die Jury am 2. Juli die „Frau Europas“ 2012.

Das sind die Kandidatinnen:
Christiane Brandenburg: Die 51jährige Diplompädagogin leitet seit 1990 das Kinder- und Erholungszentrum (KiEZ) Güntersberge. 1997 initiierte sie das „Europa Camp für Kids“, das jedes Jahr Kinder aus fünf Kontinenten zusammenbringt. Aus dem 13. Europa-Camp im KiEZ Güntersberge ging 2009 der Weltkinderrat hervor. Brandenburg „hat in den Jahren seit der deutschen Wiedervereinigung mit Herz und Verstand, Ideenreichtum und großem persönlichem Engagement das KiEZ Güntersberge zu einer Kinder- und Jugendbegegnungsstätte von europäischem und internationalem Rang entwickelt und entscheidend seine Rolle bei der Erziehung zur Völkerverständigung geprägt“, heißt es in der Begründung ihrer Nominierung. Brandenburg wurde 2008 für ihre Verdienste in der Kinder- und Jugendarbeit das Bundesverdienstkreuz verliehen. 

Angelika Diekmann
: Die 1947 geborene Journalistin war von 1978 bis 2005 Leiterin des Feuilleton der Passauer Neuen Presse; seitdem ist sie als Gesellschafterin der Verlagsgruppe Passau tätig. 1996 initiierte sie die Veranstaltungsreihe „Menschen in Europa“, die jährlich europäische Künstler und Spitzenpolitiker in Passau zum Austausch „jenseits des Protokolls“ zusammenbringt. In der Begründung ihres Vorschlages heißt es: „Sie zeigte mit ihrem gelebten Engagement, neben Beruf als Journalistin und Mutter, wie klare Visionen und Ideen gepaart mit Mut und Einsatz scheinbar ‚Unmögliches‘ Realität werden lässt. Ihr Beitrag für ein Europa der Bürger kann nicht hoch genug eingeschätzt werden.“ Diekmann ist Trägerin der Europamedaille des Bayerischen Staatsregierung und der Paneuropa-Verdienstmedaille.

Dr. Sylvia-Yvonne Kaufmann
: Die 57jährige promovierte Japanologin war von 1999 bis 2009 Mitglied des Europäischen Parlaments (PDS) und von 2004 bis 2007 dessen Vizepräsidentin. Sie gehörte dem Konvent zur Charta der Grundrechte der Europäischen Union und von 2002 bis 2003 dem EU-Verfassungskonvent an. Seit dieser Zeit engagiert sie sich für die Einführung direkter Demokratie auf europäischer Ebene und hat dafür gesorgt, dass die Europäische Bürgerinitiative im Vertrag von Lissabon verankert wurde. „Gerade in Zeiten abnehmender Unterstützung für das europäische Einigungsprojekt würde die Preisvergabe an Frau Kaufmann ein Zeichen dafür setzen, dass die Stärkung von Demokratie und Bürgerbeteiligung der richtige Weg aus der Vertrauenskrise der EU ist“, heißt es in der Begründung ihrer Nominierung. Seit 2009 ist Kaufman Landesvorsitzende der Europa-Union-Berlin.

Jasmina Prpić, LL.M.: 1954 geboren, arbeitete Prpić als Richterin in Banja Luka (Bosnien und Herzegowina), als der ausbrechende Krieg auf dem Balkan sie zunächst zur Aufgabe ihres Amtes und 1992 zur Flucht nach Deutschland zwang. Weil sie nicht in einem EU-Mitgliedstaat als Anwältin praktiziert hatte, durfte sie sich in Deutschland nicht als Rechtsanwältin niederlassen. Ein Aufenthalt im Kosovo für medica mondiale e.V., bei dem sie Opfer sexualisierter Gewalt als mögliche Zeuginnen vor dem Haager Kriegsverbrechertribunal begleitete, änderte ihr Leben: „Ihr wurde bewusst, wie sehr Frauen und Frauenorganisationen juristische Hilfe benötigen“, heißt es in der Begründung. Aus dieser Erkenntnis gründete sie 2007 mit elf weiteren Juristinnen den Verein „Anwältinnen ohne Grenzen e.V.“, deren Vorsitzende sie seitdem ist.

Brigitte Triems: Die 1940 in Bernburg/Saale geborene Dolmetscherin und Übersetzerin engagiert sich seit 1980 in unterschiedlichen Ehrenämtern, darunter im Deutschen Frauenrat, für die Gleichstellung von Mann und Frau. Von 2008 bis Mai 2012 war sie Präsidentin der European Women’s Lobby (EWL), der größten europäischen Dachorganisation von Frauenverbänden. In der Begründung ihres Vorschlages heißt es: „Frau Triems hat sich in hervorragender Weise um die Weiterentwicklung der EWL und Lobbyarbeit zur Entwicklung der Gleichstellungspolitik in der EU verdient gemacht“ und dafür gesorgt, dass „die von der EU ausgehenden Anstöße für die nationale Gleichstellungspolitik als wirksam wahrgenommen werden“.

Eine Kandidatin für den „Preis Frauen Europas – Deutschland“ hat auf die Veröffentlichung ihres Namens verzichtet.

Einen ausführlichen Blick auf die Nominierten und ihre Projekte erhalten die Delegierten und Gäste auf der Opens internal link in current windowEBD-Mitgliederversammlung am 2. Juli. Am gleichen Abend trifft sich die Jury des „Preis Frauen Europas – Deutschland“ zur Wahl der Preisträgerin 2012. Sie wird am 19. September in München geehrt.

Mit dem Preis zeichnet das Netzwerk EBD seit 1991 eine Frau für ihr mutiges, kreatives oder hartnäckiges Engagement für Europa aus. Der symbolische Preis soll ehrenamtliche Strukturen in der Zivilgesellschaft stärken und bürgerschaftlich aktive Europäerinnen vernetzen.

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