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  • 14.06.2012 - 13:08 GMT
  • WWF
Landwirtschaft und Fischerei, Umweltpolitik

WWF kritisiert deutliche Verwässerung der EU-Fischereireform durch Ministerrat

„Die Minister haben der Fischereireform das Standbein angesägt “ kritisiert Karoline Schacht, WWF-Fischereiexpertin einen Kompromiss zur Reform, auf den sich der EU-Ministerrat heute Nacht in Luxemburg geeinigt hat. „Mit diesem Vorentscheid zur Reform biegen die Minister in eine Sackgasse ein, denn ohne gesunde und produktive Fischbestände hat die Fischerei in Europa keine Zukunft.“

Der erzielte Kompromiss verschiebt nach WWF-Einschätzung die nachhaltige Nutzung der Bestände deutlich über das Jahr 2015 hinaus. Damit fielen die Minister ausgerechnet beim Herzstück der Fischereireform hinter die Selbstverpflichtung vom Umweltgipfel 2002 in Johannesburg zurück. Damals sagte Europa die Nutzung aller Fischbestände auf einem gesunden Niveau bis 2015 zu.
„Statt sich an die selbst gestellten Hausaufgaben zu machen, schneiden die Minister Hintertürchen in die Reform. So konservieren sie die Überfischung bis ins nächste Jahrzehnt“, kritisiert Schacht. Wissenschaftliche Datenlücken zur Bestimmung des gesunden Niveaus würden zunehmend als Einladung zum Nichtstun verstanden. Noch hat der Kompromiss einen informellen Charakter, doch der WWF sieht darin eine Weichenstellung für den weiteren politischen Prozess. „Diese Vorentscheidung ist das falsche Signal an das EU-Parlament, das seine Forderungen an die Reform derzeit noch diskutiert. Es ist eine politische Fußfessel für alle Reformwilligen.“

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