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Europäisches Bewusstsein stärken, Europa bilden!

EW 3 Europabildung

Bild: Janne Striegan | Europäischer Wettbewerb

Bildung ist das Fundament einer informierten europäischen Gesellschaft, in der Solidarität, Demokratie und Vielfalt gelebt werden. Sie ist eine Investition in die Zukunft, sichert Chancengleichheit, politische und gesellschaftliche Teilhabe, ist unverzichtbar für Arbeitsmarkt und Wettbewerbsfähigkeit und führt im besten Fall zu mündigen Bürgerinnen und Bürgern, die ihre demokratischen Rechte und Pflichten kennen und wertschätzen.

In Zeiten von Desinformationskampagnen und wachsendem Populismus sind politische, kulturelle und digitale Bildung von unschätzbarem Wert für die persönliche Entwicklung junger Europäerinnen und Europäer, aber auch für das demokratische Fundament Europas. Jugendpolitik darf nicht nur auf Beschäftigungsfähigkeit abzielen, sondern muss den Stärken, Zielen und Interessen Jugendlicher entsprechen. Dies muss die neue EU-Jugendstrategie leisten, die der 2018 auslaufenden Jugendstrategie folgen wird.

Um sicherstellen zu können, dass alle Kinder, Jugendlichen und Erwachsenen in Europa dieselbe Qualität an Bildung erfahren, sollten die Europäische Kommission und das Europäische Parlament im Sinne der EU-Strategie mehr Möglichkeiten in der europäischen Bildungspolitik erhalten. Innerhalb der EU müssen Bildungsgänge vergleichbar sein und Abschlüsse grenzüberschreitend anerkannt werden. Diesem Prozess dürfen Kompetenzabgrenzungen zwischen den politischen Ebenen nicht im Wege stehen.

Europabildung braucht einen festen Platz in den Lehrplänen. Politische Bildung muss fundiertes Wissen über Europa und Kompetenzen für den europäischen Integrationsprozess vermitteln. Wenn das Kooperationsverbot europäische Bildungszusammenarbeit behindert, sollte es abgeschafft werden. Schulen können von non-formalen Formaten lernen, wie sich europäische Themen kreativ vermitteln lassen. Europaschulen sollten dafür eine Vorbildfunktion einnehmen und eine europäische Dimension aufweisen, die über bilinguale Unterrichtszweige hinausgeht.

Das Programm Erasmus+ hat sich als wirkungsvolles Instrument der interkulturellen Bildung erwiesen. Um den Austausch aller Generationen innerhalb der EU zu fördern, muss der finanzielle Rahmen von Erasmus+ der großen Nachfrage entsprechend erhöht werden. Dies wirkt nachhaltiger als medienwirksame Schnellschüsse wie Free Interrail oder die kommunikative Reduktion auf das Europäische Solidaritätskorps. Auch kleine Projektträger, ältere Menschen und Geflüchtete müssen partizipieren können. Die Sichtbarkeit der non-formalen und informellen Bildung und die nachhaltige Förderung von Eigenengagement und demokratischer Teilhabe sind dabei sicherzustellen. Neue Projekte, wie beispielsweise Free Interrail oder das Europäische Solidaritätskorps, dürfen nicht zu Lasten bewährter Bildungsprogramme gehen.

Wir fordern: Alle politischen Ebenen müssen gemeinsam eine vergleichbare politische, kulturelle und digitale Bildung für alle Generationen in allen Mitgliedsstaaten sicherstellen. Erasmus+ muss als Instrument der interkulturellen Bildung stark ausgebaut werden und es bedarf einer ambitionierten neuen EU-Jugendstrategie, in der die Bedürfnisse junger Europäerinnen und Europäer mehr Gehör finden. Das Potenzial informeller und non-formaler Lernprozesse muss von allen Beteiligten besser genutzt werden können.


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