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Europäisches Bewusstsein stärken, Europa bilden!

Lebenslanges Lernen

Bildung ist das Fundament einer informierten europäischen Gesellschaft, in der Solidarität, Demokratie und Vielfalt gelebt werden. Sie ist ein lebenslanger Prozess, der alle Generationen einschließt und weit über die formale Bildung, u.a. auch in den non-formalen und informellen Bildungsbereich, hinausreicht. Mit der Europäischen Säule sozialer Rechte schlägt die EU Kommission erstmals vor, europaweit ein Recht auf Bildung zu schaffen. Innerhalb der EU sollten Kindern, Jugendlichen und Erwachsenen gleichberechtigte Bildungschancen eröffnet werden – sowohl in der schulischen, als auch in der beruflichen und nicht-formalen Bildung. Die EBD begrüßt daher den Vorschlag für einen „Europäischen Bildungsraum“, der eine engere Zusammenarbeit der Mitgliedstaaten in der Bildungspolitik vorsieht. Gleichzeitig bedauert sie den Fokus auf formales Lernen, da beide Bestandteile – die non-formale und formale Bildung – gemeinsam die Grundvoraussetzung für eine aktive Bürgerschaft bilden.

Besonderes Augenmerk wünscht sich die EBD auf die Zugänglichkeit aller Bildungsangebote für alle, auch benachteiligte Bevölkerungsgruppen, auf den Ausbau der politischen Bildung, um Kenntnisse und Kompetenzen über die EU und demokratische Prozesse zu vermitteln und auf die digitale Bildung.

Das Programm Erasmus+ hat sich als wirkungsvolles Instrument der interkulturellen Bildung und des europäischen Jugendaustausches erwiesen. Um den Austausch innerhalb der EU zu fördern, muss der finanzielle Rahmen von Erasmus+ der großen Nachfrage entsprechend deutlich erhöht werden. Ein Ausbau von Erasmus+ darf jedoch nicht dazu führen, dass sich andere politische Ebenen der Verantwortung entziehen. Auch Kommunen, Länder und Bund sind gefordert, europäische Bildung zu fördern. Um die Zugänglichkeit des Programms zu erhöhen, sind eine strukturelle Vereinfachung und die Entlastung von Projektträgerinnen und Projektträgern notwendig. Die EU-Institutionen sollten zudem sicherstellen, dass Großbritannien im Erasmus+-Programm verbleibt. Bonussysteme für vergünstigtes Reisen ersetzen kein Bildungsprogramm. Zielführender ist ein multilateraler Jugendaustausch mit Unterstützung von erfahrenen Bildungsträgern.

Wir fordern: Die EU muss Kindern, Jugendlichen und Erwachsenen in allen Mitgliedstaaten gleichberechtigte Bildungschancen garantieren. Die politische und die digitale Bildung sowie das Erasmus+-Programm müssen ausgebaut werden.

Jugend gestaltet Europa

Ein vereintes Europa ist die Lebensrealität, in der sich junge Menschen selbstverständlich bewegen. Es ist entscheidend, der Jugend die Möglichkeit zu geben, Europa mitzugestalten und die Begeisterung für die europäische Idee zu fördern. Dazu gehört, die Zugänge zu formaler, non-formaler sowie zu beruflicher Bildung für junge Menschen auszubauen.

Viele non-formale Bildungsformate vermitteln wichtige soziale und interkulturelle Kompetenzen und Fähigkeiten. Jugendarbeit und insbesondere Freiwilligendienste müssen deshalb unabhängig vom Arbeitsmarkt bleiben. Auch der neue Europäische Freiwilligendienst (als Teil davon das Europäische Solidaritätskorps) sollte dem solidarischen Engagement in Europa dienen und nicht durch einen Fokus auf berufliche Maßnahmen verengt werden. Die Mitgliedstaaten sollen gleichzeitig ihre Anstrengungen erhöhen, die Jugendarbeitslosigkeit mit den dafür vorgesehenen Programmen wie der Jugendgarantie und der Jugendbeschäftigungsinitiative zu bekämpfen.

Wer sich engagierte und mündige Bürgerinnen und Bürger wünscht, muss frühzeitig Chancen zur Beteiligung eröffnen. Die neue EU-Jugendstrategie soll deshalb ab 2019 die europäische Jugendpolitik strukturell und ressortübergreifend stärken. Bei der Überarbeitung des strukturierten Dialogs ist besonders auf die Wirksamkeit des konstanten Dialogs zwischen jungen Menschen und Vertreterinnen und Vertretern der Politiker zu fokussieren. Demokratische Jugendverbände sind besonders geeignet, um jungen Menschen umfassende Kenntnisse und Kompetenzen für die aktive Beteiligung an der Gestaltung der EU zu vermitteln und müssen deshalb strukturell unterstützt werden.

Wir fordern: Junge Menschen brauchen Freiräume für vielfältige Lern- und Entwicklungsprozesse, daher muss sichergestellt sein, dass Formate wie das Europäische Solidaritätskorps nicht vorrangig auf Beschäftigungsfähigkeit abzielen. Die neue EU-Jugendstrategie muss die Situation junger Menschen in Europa verbessern. Der strukturierte Dialog soll qualitativ weiterentwickelt und wirksamer gestaltet werden.

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