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Frau Europas 2018: Düzen Tekkal

Foto: Markus Tedeskino

Was bedeutet es eigentlich, wenn in Europa von Integration gesprochen wird? Viele Antworten darauf sind struktureller Natur. Im Kern aber, geht es hierbei um die Vereinbarkeit von Vielfalt. Und diese lässt sich nur dann umsetzen, wenn unterschiedliche Kulturen, Religionen und Menschen verschiedenster Herkunft miteinander diskutieren, gestalten und leben können. Düzen Tekkal steht für diese Werte, die Europas Vielfalt ausmachen.

Die Tochter jesidischer Eltern aus Hannover studierte Politische Wissenschaft und Deutsche Literaturwissenschaft und arbeitet als TV-Journalistin, Autorin und Kriegsreporterin. Neben ihren zahlreichen journalistischen Beiträgen, veröffentlichte sie im Jahre 2016 das Buch „Deutschland ist bedroht – Warum wir unsere Werte verteidigen müssen“, mit dem sie auf extremistische Tendenzen in der Gesellschaft hinwies.

„Kein Weg geht an der Frau vorbei.“

Tekkal weiß, Vielfalt ist mehr als eine leere Phrase. Sie bedeutet gelebte Demokratie, die unterschiedliche Meinungen ermöglicht und Minderheiten schützt. Deshalb macht sie sich für Menschen jesidischer Herkunft stark und gründete zu diesem Zweck den Verein HAWAR.help, der im Nordirak für Opfer des IS humanitäre Hilfe leistet.

Im Jahr 2014 verübte der so genannte Islamische Staat einen Genozid an den im Nordirak lebenden Jesidinnen und Jesiden. Um das Ausmaß der Gräueltaten aufzudecken, drehte Düzen Tekkal den Dokumentarfilm „HÁWAR – Meine Reise in den Genozid“.

In Zusammenarbeit mit dem Entwicklungsministerium, startete HAWAR.help kürzlich das Projekt „Back To Life“, das Frauen, die einst in IS-Gefangenschaft waren, durch Alphabetisierungs- und Handwerksprojekte empowert und ihnen den Weg zurück in die Gesellschaft ermöglicht.

„Kein Weg geht an der Frau vorbei“, sagt Düzen Tekkal. Unter dieser Prämisse, setzt sie sich für eine integrative, pluralistische und demokratische Gesellschaft ein, die Extremismus bekämpft und Minderheiten schützt.

Die Preisverleihung findet am 9. Mai 2018 in Berlin statt. Hier gelangen Sie zur Pressemitteilung.