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  • Letzte Aktualisierung: 31.01.2017 GMT
Bildung / Wissenschaft, gemeinnützige Organisationen, Primäre Zielsetzung europäische Integration, Stiftungen, Unterzeichner der Initiative Transparente Zivilgesellschaft

Heinrich-Böll-Stiftung

Heinrich Böll Stiftung / Berlin
Referat Europa / Transatlantische Beziehungen

Zukunft zusammen gestalten

Die Arbeit der Heinrich-Böll-Stiftung in Europa und Nordamerika
„Einmischung ist die einzige Möglichkeit, realistisch zu bleiben.“ Heinrich Böll

Die Heinrich-Böll-Stiftung versteht sich als Agentur für grüne Ideen und Projekte und als Forum des nationalen wie internationalen Gedankenaustauschs. Sie unterstützt weltweit die Entwicklung demokratischer Zivilgesellschaften und arbeitet mit mehr als 100 Projektpartnern in über 60 Ländern zusammen. Die Heinrich-Böll-Stiftung unterhält Büros in 24 Ländern.
Ein besonderer Schwerpunkt ihrer Arbeit ist die Förderung der Nachhaltigen Entwicklung. Die Stiftung unterstützt daher Projekte, die sich gegen die Zerstörung des globalen Ökosystems und für die Entwicklung erneuerbarer Energien einsetzen. Auch die präventive, zivile Friedenssicherung in Krisengebieten sowie die Überwindung patriarchaler Herrschaftsstrukturen sind Ziele, die die Arbeit der Stiftung bestimmen.
Die Entwicklung Europas und der transatlantischen Beziehungen ist ein weiterer Schwerpunkt. Besondere Aufmerksamkeit schenkt die Stiftung der gemeinsamen europäischen Außen- und Sicherheitspolitik, der EU-Erweiterung sowie den Krisenregionen Balkan und Kaukasus. Eine wesentliche Aufgabe sieht die Stiftung außerdem in der Förderung politischer Netzwerke in Mittel- und Osteuropa.
Die Heinrich-Böll-Stiftung erhält jährlich rund 38 Millionen Euro aus öffentlichen Mitteln. Etwa die Hälfte der Mittel geht an Projekte im Ausland. 

Die Europäische Union und die transatlantischen Beziehungen

Die Nachkriegsordnung wird zur Zeit durch ein heterogenes System unterschiedlicher Globalisierungsprozesse abgelöst. Der Westen ist gezwungen, seine Rolle neu zu definieren. Gleichzeitig kommt die europäische Einigung weiter voran: Mit der Erweiterung um zehn neue Mitglieder vor allem aus Osteuropa ist die Spaltung Europas überwunden worden. Europa gewinnt an politischer wie ökonomischer Potenz. In der nächsten Etappe wird mit der Entscheidung über den Europäischen Verfassungsvertrag auch über die Handlungsfähigkeit und den Grad an politischer Integration der EU entschieden.
Die Heinrich-Böll-Stiftung begleitet diese Entwicklungen in ihrer Arbeit mit anderen Nichtregierungsorganisationen und politischen Akteuren in Europa und Nordamerika, mit Expertinnen und Experten aus Thinktanks, Universitäten und grünen Netzwerken.

Die Heinrich-Böll-Stiftung versteht sich als europäische Organisation, sie steht positiv zum europäischen Einigungsprozess und zum Wert der transatlantischen Beziehungen.
Das Stiftungsbüro in Brüssel beobachtet die Arbeit der Europäischen Institutionen und ist in ständigem Austausch mit der Grünen Fraktion im Europäischen Parlament. Die wichtigsten europapolitischen Themen der vergangenen Jahre waren die Erarbeitung der Europäischen Verfassung, die Ost- und Süderweiterung sowie die Europawahl 2004.

Die Stiftungsbüros in Warschau und Prag fördern Nichtregierungsorganisationen mit den Schwerpunkten Umwelt, Demokratieförderung und Frauenpolitik bzw. Geschlechterdemokratie. Sie leisten damit einen wichtigen Beitrag zum Aufbau einer demokratischen Zivilgesellschaft in den neuen Mitgliedsstaaten. Außerdem fördert die Stiftung den deutsch-tschechischen sowie den deutsch-polnischen Dialog über Fragen der Vergangenheit und der gemeinsamen Zukunft Europas. Überhaupt hat das Verhältnis zu Europas „neuen Nachbarn“ im Osten, aber auch im Süden, jenseits des Mittelmeeres, einen besonderen Stellenwert in der Arbeit der Stiftung.
Seit dem 9. November 1989 und dem 11. September 2001 hat sich die Rolle Europas in der Welt grundlegend verändert. Die Gemeinsame Außen- und Sicherheitspolitik und die Europäische Sicherheitsstrategie versuchen Europas neuen Platz in der Welt gerecht zu werden. Auch das transatlantische Verhältnis zwischen der EU und den USA entwickelt sich weiter zu einer gleichberechtigten, wenn auch nicht immer spannungsfreien Partnerschaft. Die neuen ostmitteleuropäischen Mitgliedsstaaten beteiligen sich an dieser Debatte auf Grundlage ihrer eigenen historischen Erfahrungen und politischen Interessen. Die Heinrich-Böll-Stiftung bietet kontinuierlich Foren für diese Debatten an. Aber auch die Perspektiven aus den Zielregionen europäischer Außenpolitik, beispielsweise Russland und die Gesellschaften des Nahen und Mittleren Ostens, finden Berücksichtigung bei diesen Veranstaltungen und Projekten.

Das europäisch-amerikanische Verhältnis befindet sich momentan in einer Phase der Neubestimmung. Trotzdem können globale Probleme nur dann gelöst werden, wenn die EU und die USA an einem Strang ziehen und, gemeinsam mit Dritten, Lösungen bzw. Vereinbarungen im multilateralen Rahmen anstreben. Das Nordamerikaprogramm der Heinrich-Böll-Stiftung konzentriert sich deswegen vor allem auf den transatlantischen Sicherheitsdialog, den globalen Umweltschutz und die kritische Diskussion über die ökonomische Globalisierung.

Regionalbüro Europäische Union
Heinrich Böll Foundation
Rue d’Arlon 15
B – 1050 Bruxelles
Tel. +32 (0)2 7434100
Fax +32 (0)2 7434109
Internet: www.boell.be
E-Mail: brussels@boell.be

Regionalbüro Ost-/ Mitteleuropa (Warschau)
Fundacja Heinricha Bölla
ul. Podwale Nr. 13
POL – 00252 Warszawa
Tel. +48 (0)228316356
Fax +48 (0)22 8316356 (Info: F und T sind gleich!)
Internet: www.boell.pl
E-Mail:   hbs@boell.pl

Regionalbüro Ost-/ Mitteleuropa (Prag)
Nadace Heinricha Bölla
Barrandovska 1
CZ – 15200 Praha 5
Tel. +420 (0)251814173
Fax +420 (0)2518141 74
E-Mail: boell@mbox.vol.cz

Die Nachbarschaft der Europäischen Union

Südosteuropa
Seit Anfang der neunziger Jahre unterstützt die Heinrich-Böll-Stiftung in der Region Südosteuropa Frauen- und Menschenrechtsorganisationen, die sich für friedenspolitische Optionen einsetzen. Seit dem Jahre 1999 ist die Stiftung durch ein Regionalbüro in Sarajevo vertreten, dem zwei Länderbüros in Belgrad und Zagreb zugeordnet sind.
Wissend um die schwierigen Ausgangsbedingungen durch Krieg, sich ethnisch definierende Staatsgebilde und ungeklärter Statusfragen in der Region, will die Heinrich-Böll-Stiftung mit ihren Aktivitäten in Kroatien, Bosnien-Herzegowina und Serbien-Montenegro vor allem einen Beitrag zur Konstituierung der Demokratie auf dem Balkan leisten.
Durch ein Stipendienprogramm für junge Eliten (oder wahlweise: Expertinnen und Experten, durch Debatten über die jüngste Vergangenheit und Diskussionen über Alternativen zur ethnisch geprägten staatlichen Nachkriegsordnung sowie über die Geltung der Menschenrechte soll in der Region die Entwicklung einer demokratischen politischen Kultur gestärkt werden. Ein weiteres Arbeitsprogramm unterstützt Politikerinnen und Politiker bei ihrem Versuch, eine ökologische und nachhaltige Politik in den Transformationsprozessen zu verankern.
Des weiteren unterstützt die Heinrich-Böll-Stiftung Initiativen, die sich für die Überwindung der Isolation und für die europäische Integration der Region einsetzen. In diesem Prozess sollen insbesondere die Erfahrungen der neuen Beitrittsstaaten Ostmitteleuropas berücksichtigt werden.

Regionalbüro Südosteuropa
Fondacija Heinrich Böll
Cekalusa 42
BIH – 71000 Sarajevo
Tel. +387 (0)33260450
Fax +387 (0)33 260460
E-Mail: h.boell@bih.net.ba

Türkei
Das Stiftungsbüro in Istanbul begleitet seit vielen Jahren die Annäherung der Türkei an die EU und unterstützt zivilgesellschaftliche Initiativen in den Bereichen Demokratisierung, Ökologie, Menschen- und Minderheitenrechte sowie Frauen/Gender. Es ist Anlaufstelle für Organisationen und Gruppen aus allen Teilen des Landes, die oftmals nur über eine ungenügende Infrastruktur verfügen. In zahlreichen Projektpartnerschaften sowie Bildungs- und Dialogangeboten für Interessenten aus Politik, Medien und Öffentlichkeit geht es um die Kopenhagener Kriterien als maßgebliche Voraussetzung für die Aufnahme von EU-Beitrittsverhandlungen. In allen Veranstaltungen und Projekten erhalten die demokratischen und rechtsstaatlichen Herausforderungen und Entwicklungen, die von der Türkei für ihre Integration in die europäische Wertegemeinschaft abverlangt werden, also besondere Aufmerksamkeit. Ein anderer Arbeitsschwerpunkt liegt im kontinuierlichen Austausch zwischen Institutionen und Initiativen aus der Türkei und aus Deutschland bzw. aus anderen europäischen Regionen, besonders auch aus den angrenzenden Ländern des Südlichen Kaukasus und des Nahen Ostens.

Landesbüro Türkei
Heinrich-Böll-Vakfi
Inönü Cad. Haci
Hanim Sok. No. 10/12
Keresteci Apt.
TR 34439 Gümüssuyu – Istanbul
Tel. +90 (0)212 2930545
Fax +90 (0)212 2450430
E-Mail: info@hbstr.org

Russland
Die Arbeitsschwerpunkte des Büros in Moskau sind die Förderung der politischen Zusammenarbeit von Nichtregierungsorganisationen, die Aufklärungsarbeit zur Schaffung eines rechtsstaatlichen Bewusstseins in der Gesellschaft, das Empowerment von Frauen in Russland und die Ökologie.
Das Moskauer Büro arbeitet eng mit der Menschenrechtsorganisation Memorial zusammen, aber auch mit dem Informationszentrum des Unabhängigen Frauenforums in Moskau und der Ökologischen Baikalwelle in Irkutsk. Eine weitere wichtige Partnerin für die Heinrich-Böll-Stiftung ist die Narodnaja Assambleja, ein Zusammenschluss russischer Nichtregierungsorganisationen.
Des weiteren bemüht sich das Büro in Moskau um internationale Unterstützung für die Anliegen der russischen Demokratiebewegung.

Landesbüro Russland
Heinrich Böll Foundation
Grusinskij Pereulok 3-231
RU 123056 Moskau
Tel. +7 (0)95 2541453
Fax +7 (0)95 9358016
Internet: www.boell.ru
E-Mail: info@boell.ru

Ukraine
In der Ukraine unterstützt die Heinrich-Böll-Stiftung – koordiniert vom Büro Warschau – gegenwärtig vor allem Projektpartner, die die grenzüberschreitende Zusammenarbeit zwischen der Ukraine und Polen fördern und, angesichts der Risiken der Atomwirtschaft, die Möglichkeiten alternativer Energiegewinnung aufzeigen. Zur Zeit prüft die  Stiftung eine Ausweitung ihrer Aktivitäten in der Ukraine und in Weißrussland ab dem Jahre 2006.

Südlicher Kaukasus
Mit der Eröffnung des Regionalbüros Südlicher Kaukasus in Tiflis (Georgien) 2003 konnte die Heinrich-Böll-Stiftung nicht nur ihre langjährige Zusammenarbeit mit Partnerorganisationen in Georgien intensivieren, sondern darüber hinaus ihre Arbeit auf den gesamten Südkaukasus ausweiten. Ein Schwerpunkt der Arbeit ist die gewaltfreie Bearbeitung der Konflikte um Südossetien, Abchasien und Berg-Karabach. Diese Konflikte behindern eine nachhaltige wirtschaftliche und soziale Entwicklung sowie die Entstehung freier, demokratischer Zivilgesellschaften in der Region. Das Stiftungsbüro führt Diskussionsforen innerhalb und zwischen den an den Konflikten beteiligten Gesellschaften bzw. Gruppen durch und unterstützt Medienprojekte, Seminare und Veröffentlichungen, die die bilaterale Konfliktbearbeitung um eine multilaterale bzw. gesamtkaukasische Perspektive erweitern. Hierfür arbeitet die Stiftung eng mit gesamtkaukasischen NGO-Koalitionen zusammen, unterstützt und berät Frauenprojekte und fördert den Austausch mit gesellschaftlichen Initiativen aus Russland und der Türkei. Ergänzend hat die Stiftung ein Sur-Place-Stipendienprogramm für junge Sozialwissenschaftler aus der Region aufgelegt, die u.a. am Aufbau eines Netzwerkes für gemeinsame Projekte im Bildungs- und Medienbereich mitwirken. Auch den europäischen Perspektiven der Region kommt in einer Reihe von Seminaren, Konferenzen und Besuchsreisen erhöhte Aufmerksamkeit zu. Darin geht es vor allem um das Potenzial der „Europäischen Nachbarschaftspolitik“ der EU sowie um die Mitgliedschaft der drei südkaukasischen Staaten im Europarat und also um Demokratisierung und Menschenrechte.

Regionalbüro Südkaukasus
Heinrich Böll Foundation
South Caucasus Regional Office
Tbilisi, Georgia 380079
Radiani Str. 5
Tel.: +995 (0)32 227705
Fax: +995 (0)32 912897
E-Mail:  info(at)boell.ge

  • Vorstand: Ralf Fücks
  • Geschäftsführerin: Dr. Livia Cotta
Schumannstrasse 8
10117 Berlin
Telefon: +49 (0) 30 2853 40
Fax: +49 (0) 30 2853 4109
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