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Europäische Wertegemeinschaft, Institutionen & Zukunftsdebatte, Partizipation & Zivilgesellschaft

1000 Katholikentagler machen viel Hoffnung auf mehr Europa

Es war eine der größten Veranstaltungen auf dem 100. Katholikentag. Keine Prominenz zog rund 1000 Gäste in die Leipziger Oper, sondern die Sorge um die Zukunft Europas und die Handlungsfähigkeit in der Flüchtlingskrise.

Foto: Tobias Köck

Foto: Tobias Köck

Europa wurde von den basisengagierten Christen zwar oft harsch kritisiert, aber dennoch als die einzige Lösung angesehen, um etwa die Flüchtlingskrise solidarisch zu lösen. Nach einer teilweise sehr turbulenten Diskussion über die direkte oder „geordnete“ Beteiligung des Publikums stimmte der gesamte Saal basisdemokratisch für Botschafter des Publikums. Deren Fragen behandelten das Scheitern von Dublin 3, eine mangelhafte Europabildung, ein vermutetes europäisches Demokratiedefizit, Versagen in der Flüchtlingskrise, mangelhafte Solidarität zwischen den Mitgliedsländern, die Rolle der katholischen Kirche in Polen, eine unzureichende europäische Öffentlichkeit.

Insgesamt wurde klar, dass die „Polykrisen“ den Katholiken enorme Sorgen machen, und dass man nicht daran glaubt, dass die aktuelle Europapolitik, gerade auch auf nationaler Ebene, ihre Hausaufgaben macht. Es wurde aber auch klar, dass für die Katholiken die Antwort auf die Krisen mehr europäische Integration sein muss. Panelteilnehmer Bernd Hüttemann betonte die nationale und deutsche Verantwortung bei der Flüchtlingskrise und mahnte europäische Lösungen und Solidarität an.

Großer Applaus gab es bei seiner Antwort auf die mangelnde europäische Öffentlichkeit. Die EBD fordert ganz klipp und klar eine Politisierung der EU, unter anderem durch die Personalisierung des Europawahlkampfs. Das Konzept der Spitzenkandidaten wurde auch von den Abgeordneten auf dem Podium sehr begrüßt.

So überraschend groß das Interesse an der Veranstaltung beim Katholikentag war, so klein war die Aufmerksamkeit bei der Presse. In den Berichten aus Leipzig kam die seit Langem größte europapolitische Bürgerdebatte nicht vor.

Das Panel wurde vom europapolitischen Sprecher des Zentralkomitees der deutschen Katholiken Martin Kastner geleitet. Teilnehmer waren EBD-Generalsekretär Bernd Hüttemann, die Europaabgeordneten Peter Liese und Róża Thun sowie die Bundestagsabgeordnete Andrea Lindholz.

Einen vorab veröffentlichten Beitrag zur Debatte von EBD-Generalsekretär Bernd Hüttemann finden Sie hier