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Europäische Wertegemeinschaft, Institutionen & Zukunftsdebatte

2019 als Jahr des Aufbruchs | EBD-Präsidentin im finnischen Radio

Am 06.12.2018 trafen sich EBD-Präsidentin Dr. Linn Selle und die finnische Journalistin Anna Saraste zu einem Interview in Berlin. Anlass für das Treffen war ein Interview für das Radioprogramm des finnischen öffentlich-rechtlichen Rundfunks „Yle Moniääninen Eurooppa“ („Stimmen aus Europa“) über die aktuellen Entwicklungen und Herausforderungen in Europa.

Selle unterstrich im Interview, dass der europäische Zusammenhalt 2018 auf die Probe gestellt wurde und hofft für 2019 auf Antworten auf drängende globale Fragen.
Das dominante Thema des letzten Jahres stellte die Migration sowie deren Steuerung dar. Selle bedauert dies, da es ihrer Meinung nach relevantere Themen gab.

Laut Selle fehle in Europa eine „integrierende Persönlichkeit“. Macrons Sorbonne-Rede habe zwar einen Anstoß gegeben, jedoch sei es ein Kardinalfehler der Bundesregierung gewesen, die Kooperationsbereitschaft von Macron bezüglich der Zukunft der EU nicht anzunehmen.

2019 werde die Europäische Kommission ihr neues Arbeitsprogramm vorstellen- laut Selle eine gute Gelegenheit, die Weichen für eine zukunftsgerichtete Europapolitik zu stellen.

Zentrale Herausforderung für die EU sei die Verhandlung des Brexit. Das Ziel eines guten Deals stehe zwar weiterhin im Vordergrund, jedoch sei fragwürdig, wie man die langwierigen Verhandlungen bis 2020 beenden möchte. Klar ist, dass es einen Unterschied machen müsse, ob man Mitglied der EU ist oder nicht. Die Situation werde sich laut Selle also definitiv verändern.

Der Brexit habe jedoch auch gezeigt, dass die Zustimmung zur EU in ganz Europa gestiegen ist. Dementsprechend sieht Selle der anstehenden Europawahl optimistisch entgegen und hofft auf eine hohe Wahlbeteiligung sowie einen echten Wahlkampf.

Abschließend definierte die EBD-Präsidentin Worte des Jahres für die EU- für 2018 wählte sie „mangelnder Gemeinsinn“ , für 2019 das optimistische „Aufbruch“ – in der Hoffnung, dass es dann auch einer wird.

Das gesamte Interview finden Sie hier.