Aktuelles > Aktuelle FES-Studien zeigen massives Problem der Altersarmut in Deutschland auf

Artikel Details:

  • 04.10.2011 - 12:46 GMT
  • FES

Aktuelle FES-Studien zeigen massives Problem der Altersarmut in Deutschland auf

Im Angesicht einer europaweiten Zunahme atypischer Beschäftigungen und damit verbundener Sicherungslücken sieht sich das deutsche Rentensystem mit neuen Herausforderungen konfrontiert. Eine Abwendung der ansteigenden Altersarmut in Deutschland wird insbesondere in einer Ausweitung der Pflichtversicherung auf alle Erwerbstätigen gesehen. Vor diesem Hintergrund wird der Vorschlag einer staatlichen Basissicherung im Alter, die in Ansätzen bereits im Nachbarland Niederlande existiert, diskutiert.

Atypisch beschäftigt = typisch arm im Alter? Die Flexibilisierung der Arbeitsmärkte und der staatliche Schutz vor Altersarmut – ein europäischer Vergleich
Erwerbsverläufe werden europaweit brüchiger; atypische Arbeitsverhältnisse verbreiten sich. Mit wachsenden Anforderungen an Flexibilisierung und Individualisierung der Erwerbsverläufe gehen die sozialen Sicherungssysteme der EU-Mitgliedstaaten unterschiedlich um. Die größten Sicherungslücken sind derzeit bei Soloselbständigen und geringfügig Beschäftigten auszumachen. Um einen massiven Anstieg der Altersarmut zu vermeiden, sollte Deutschland Erwerbsbedingungen verbessern und Veränderungen des Rentenversicherungssystems vornehmen. Handlungsoptionen zeigen sich beim Blick in benachbarte Länder.
Schulz Buschoff, Karin: Atypisch beschäftigt = typisch arm im Alter? Die Flexibilisierung der Arbeitsmärkte und der staatliche Schutz vor Altersarmut – ein europäischer Vergleich / Karin Schulz Buschoff. – Berlin : Friedrich-Ebert-Stiftung, Internat. Politikanalyse, September 2011, http://library.fes.de/pdf-files/id/ipa/08473.pdf

Rentensysteme und Altersarmut im internationalen Vergleich
Durch Rentenreformen wurden in ganz Europa die Leistungen stärker an die zuvor gezahlten Beiträge gebunden und die individuelle Altersvorsorge ausgebaut. Perspektivisch erhöht sich so das Risiko der Altersarmut, vor allem für atypische Erwerbsbiographien. Großbritannien gilt als Negativbeispiel mit geringen Ersatzraten. Positive Reformanregungen für Staaten mit dem Ziel der Lebensstandardsicherung, wie Deutschland, könnten aus den Niederlanden kommen. So sollten eine Basissicherung in Verbindung mit einer obligatorischen betrieblichen Vorsorge oder flexible Rentenanwartschaften erwogen werden.
Stöger, Harald: Rentensysteme und Altersarmut im internationalen Vergleich / Harald Stöger. – Berlin : Friedrich-Ebert-Stiftung, Internat. Politikanalyse, September 2011, http://library.fes.de/pdf-files/id/ipa/08472.pdf

  1. Katrin
    Katrin November 20th,2014 11:00:55 Kommentar #132

    Einen interessanten Artikel zu diesem Thema gibt es auch auf http://www.finanznachrichten.de/nachrichten-2014-11/32038830-deutsche-fuerchten-altersarmut-und-sorgen-dennoch-kaum-vor-031.htm
    Sicherlich sollte jeder auch privat dazu beitragen, dass eine gewisse Absicherung vorhanden ist, aber manchmal oder auch oft, stehen diese finanziellen Mitteln nicht zur Verfügung. Hier sollte der Staat eingreifen und Unterstützung dahingehend bieten, das niemand im hohen Alter in die Altersarmut gerät.

Ihre Email-Adresse wird nicht veröffentlicht.
Abbrechen