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  • 05.05.2011 - 16:17 GMT

Bauernverband: Handelsabkommen mit Mercosur führt zu drastischen Einkommensverlusten

Copa-Präsident Sonnleitner sieht Arbeitsplätze in der EU gefährdet

Ein gemeinsames Handelsabkommen der Europäischen Union mit den Mercosur-Staaten (Argentinien, Brasilien, Paraguay und Uruguay) würde für die Agrar- und Ernährungswirtschaft in der Europäischen Union drastische Folgen haben. Nach den Ergebnissen einer Copa-Cogeca-Studie aus dem Jahr 2006 könnten sich die Verluste in der EU-Agrarwirtschaft auf bis zu 13 Milliarden Euro aufsummieren, sagte Copa-Präsident Gerd Sonnleitner in einem Gespräch mit der europäischen Lebensmittelwirtschaft (Primary Food Processors – PFP) und Abgeordneten des Europäischen Parlaments. „Die Berechnungen berücksichtigen noch nicht einmal die Auswirkungen auf die Beschäftigung in den ländlichen Gebieten, die 28 Millionen Menschen im ländlichen Raum einen Arbeitsplatz bietet.“ Anlass für das Gespräch war das Treffen der EU-Kommission mit Vertretern der Mercosur-Länder zur Aufnahme von Handelsgesprächen.
 
„Aus der Studie geht außerdem hervor“, so Sonnleitner weiter, „dass die Mercosur-Staaten bereits in großem Umfang landwirtschaftliche Erzeugnisse und Lebensmittel in die EU exportieren. 86 Prozent der EU-Rindfleischimporte und 70 Prozent der Geflügelfleischimporte stammen aus diesen Ländern. Diese Staaten decken darüber hinaus über 50 Prozent unseres Bedarfs an pflanzlichen Proteinen. Würde das Abkommen geschlossen, so würde sich auch ein Teil der Ernährungssicherheit auf Nicht-EU-Länder übertragen.“
 
Sonnleitner betonte weiter: „Ein bilaterales Handelsabkommen wäre keine Ergänzung zu einer Einigung in der Doha-Runde der Welthandelsgespräche, welche die europäische Landwirtschaft bereits teuer zu stehen kommen würde, sondern es käme noch hinzu. Auch eine neue von der Kommission veröffentlichte Studie erkennt an, dass ein Abkommen enorme Verluste in der europäischen Landwirtschaft zur Folge hätte. Zudem halten diese Importe nicht die hohen Umwelt- und Qualitätsstandards der EU ein. Auch ließen sich offenen Fragen bezüglich der Rückverfolgbarkeit nicht abschließend klären.“

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