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BdB | Deutscher Finanzplatz kann vom Brexit profitieren

„Der Ausgang des Referendums in Großbritannien war ein Schock, wir hätten uns auf jeden Fall einen anderen Ausgang gewünscht“, erklärt Hans-Walter Peters, Präsident des Bankenverbandes und Sprecher der persönlich haftenden Gesellschafter der Privatbank Berenberg. „Doch nun heißt es nach vorne zu schauen und die anstehenden Aufgaben mit klarem Blick zu sondieren. Eine gute Grundlage dafür ist, dass die Finanzmärkte in Europa ebenso wie das europäische Bankensystem den negativen Schock über die Entscheidung für einen Brexit ohne gefährliche Verwerfungen bewältigt haben. Zwar kam es zu deutlichen Kurseinbrüchen, eine Panik oder ungebremste Kettenreaktionen gab es aber nicht. Die Märkte funktionieren, sie sind liquide und bieten keinen Anlass für Misstrauen unter den Investoren“, so Peters.

„Das Vereinigte Königreich ist noch für mehrere Jahre vollumfängliches EU-Mitglied. Sein zukünftiger Status in Bezug auf die restlichen EU-Staaten muss erst noch ausgehandelt werden. Der Ball hierfür liegt nun in der Hälfte der Briten. Sie müssen diese Verhandlungen starten“, betont Peters. Der Bankenverband hält es dabei für sehr wichtig, dass die Verhandlungen zügig beginnen und gründlich geführt werden. Der Finanzplatz London und Großbritannien insgesamt werden auch nach vollzogenem Austritt wichtige Partner für die Wirtschaft und den Bankensektor in Deutschland bleiben. „Die Verhandlungen müssen sich daran orientieren, auch zukünftig Wirtschaftswachstum und Innovationen zu ermöglichen und die Stabilität der Finanzmärkte zu gewährleisten“, so Peters. Zugleich müssten die deutschen Verhandlungspartner die gewachsenen Chancen für den wichtigsten kontinentaleuropäischen Finanzplatz Frankfurt erkennen und nutzen. „Auch wenn noch unklar ist, welche Institutionen und Arbeitsplätze von London wegverlagert werden: Der Bankenverband wird sich gemeinsam mit der Bundesregierung, der hessischen Landesregierung und allen Playern in der deutschen Finanzbranche dafür einsetzen, den attraktiven und stabilen Finanzplatz Frankfurt weiter zu stärken“, so Peters.

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