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Wirtschaft und Finanzen

BdB: Präventivwirkung großer Erfolg des europäischen Bankenchecks

„Die Ergebnisse des Comprehensive Assessment (CA) zeigen, dass das europäische Finanzsystem deutlich stabiler geworden ist,“ erklärt Michael Kemmer, Hauptgeschäftsführer des Bankenverbandes, mit Blick auf die von Europäischer Zentralbank (EZB) und Europäischer Aufsichtsbehörde (EBA) heute veröffentlichten Ergebnisse von Asset Quality Review (AQR) und Stresstest, die beide Bestandteile des CA sind. Auch zeige sich, dass die deutschen Banken im europäischen Vergleich verlässlich und solide aufgestellt seien.

Der große Erfolg des Comprehensive Assessment beruhe im Wesentlichen auf dem weltweit bislang einzigartigen Zusammenspiel aus Risikoanalyse, dem AQR und dem abschließenden Stresstest. Kemmer: „Das war für alle Beteiligten – ob Aufsicht oder Banken – Neuland und eine große Herausforderung, aber es hat sich gelohnt.“ So sei der CA schon durch den AQR deutlich aussagekräftiger als der alleinige Stresstest aus dem Jahr 2011.

Kemmer „Damit wurde auch das Ziel erreicht, dass vor der Übernahme der europäischen Bankenaufsicht durch den SSM Anfang November sämtliche nationale Altlasten offengelegt wurden. Die EZB kann somit die von ihr direkt beaufsichtigten Institute ‚besenrein‘ übernehmen“. Zudem hätten AQR und insbesondere auch der Stresstest dazu geführt, dass die harten Kernkapitalquoten deutlich reduziert wurden und damit Strenge wie Glaubwürdigkeit der Tests bewiesen.

Auch sei die Präventivwirkung des Comprehensive Assessment nicht zu unterschätzen. Die Banken hätten die Überprüfungen sehr ernst genommen. Kemmer: „Viele bedeutende europäische Banken haben bereits im Vorfeld der Veröffentlichung erhebliche Anstrengungen unternommen, um ihr Kapital zu erhöhen, Gewinne einzubehalten und Risiken abzubauen.“ Europaweit haben die Banken nach Angaben von EZB und EBA seit Sommer 2013 über 200 Mrd. Euro zusätzliches Kapital aufgenommen.

„Allein die deutschen Banken haben seit dem vergangenen Jahr ihre Eigenkapitalpuffer um einen zweistelligen Milliardenbetrag aufgestockt“, so Kemmer. Diese Maßnahmen würden in den nun veröffentlichten Ergebnissen allerdings nicht vollständig reflektiert. Denn die in diesem Jahr durchgeführten Kapitalerhöhungen würden im Rahmen der Veröffentlichung nur nachrichtlich ausgewiesen. Sollte eine Bank dennoch nicht die Anforderungen des CA vollständig erfüllen, weise das Ergebnis eine Bank darauf hin, wo noch Schwachstellen zu beseitigen seien. Der Hauptgeschäftsführer des Bankenverbandes betont: „Nicht jede Bank, für die Kapitalbedarf berechnet wurde, hat diesen auch tatsächlich.“

Kemmer: „Auch Banken, die selbst nach vollständiger Berücksichtigung der Maßnahmen des Jahres 2014 noch Kapitalbedarf haben, sollten nicht abgestempelt werden. Hier ist eine differenzierte Analyse erforderlich, zumal alle in diesem Jahr durchgeführten Maßnahmen zum Abbau von Risiken noch gar nicht berücksichtigt worden sind.“ Umgekehrt heiße ein erfolgreich verlaufener Comprehensive Assessment allerdings auch nicht, dass die europäische Bankenbranche die Finanzkrise vollständig überstanden habe. „Unabhängig von Stresstest und AQR liegt da noch eine Menge Arbeit vor den europäischen Banken, um ihre internationale Wettbewerbsfähigkeit zu stärken“, so Kemmer.

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