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Bertelsmann Stiftung: Kerry in Europa: Eine Station verpasst

John Kerry ist in Europa auf wichtiger wirtschaftspolitischer Mission für die USA unterwegs – doch bei seiner Reiseplanung hat er eine wichtige Station vergessen. Zu diesem Ergebnis kommt Annette Heuser, Executive Director der Bertelsmann Foundation in Washington, DC, in ihrer Analyse zur ersten Auslandsreise des neuen US-Außenministers.

Kerry besucht innerhalb von zehn Tagen neun Länder: Nach der ersten Station in London landet der neue US-Außenminister am Montagabend in Berlin, wo er am Dienstag abgesehen von Bundeskanzlerin Angela Merkel und Bundesaußenminister Guido Westerwelle seinen russischen Amtskollegen Sergej Lawrow treffen wird. Danach stehen Frankreich, Italien, die Türkei, Ägypten, Saudi-Arabien, die Vereinigten Arabischen Emirate und Katar auf dem Reiseplan.

Ohne Zweifel sei es von entscheidender Bedeutung für Washington, sich auch bei den Reisestationen Kerrys auf Europas Schwergewichte wie Deutschland und Frankreich zu fokussieren, räumt Annette Heuser ein. Für diese Staaten habe der Außenminister mit dem geplanten transatlantischen Freihandelsabkommen ein "ökonomisches Leckerli" im Gepäck, das eine neue Grundlage für die Beziehungen zwischen den USA und Europa schaffen könnte. Dies entspreche der Neuausrichtung der US-Außenpolitik auf vorrangig wirtschaftliche Interessen.

Osteuropa und Ostmitteleuropa – oder "new Europe", wie es der frühere US-Verteidigungsminister Donald Rumsfeld nannte – dürfe dabei aber nicht außen vor gelassen werden, warnt Heuser. Dass Kerry nicht auch zumindest das US-freundliche Polen für seinen Auftaktbesuch in Europa eingeplant habe, sei eine unglückliche Entscheidung. Viele Staatenlenker Ost- und Ostmitteleuropas hätten in den vergangenen Jahren ohnehin schon den Eindruck gewonnen, das Weiße Haus unter Barack Obama zeige ihnen die kalte Schulter. Dabei benötigten die USA genauso die Unterstützung ihrer osteuropäischen Verbündeten für die Verfolgung ihrer ökonomischen wie auch politischen Interessen.

Welche Interessen dies sind und weshalb sich die USA außenpolitisch verstärkt auf Handelsbeziehungen konzentrieren, lesen Sie in Annette Heusers vollständiger Analyse, die Sie unten in englischer Sprache als PDF-Datei herunterladen können.

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