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BertelsmannStiftung | Brexit lässt Zustimmung zur Europäischen Union deutlich steigen

Die Entscheidung der Briten aus der EU auszutreten und die politischen und wirtschaftlichen Folgen dieser Entscheidung haben einen messbaren Eindruck bei den Europäern hinterlassen: Europaweit ist die Zustimmung zur Mitgliedschaft des eigenen Landes in der Europäischen Union um 5 Prozentpunkte gestiegen und liegt nun bei 62 Prozent. Der Vergleichszeitraum liegt zwischen März 2016 und August 2016. Besonders auffällig ist der Zuwachs in Großbritannien. Vor dem Referendum über die EU-Mitgliedschaft sagten 49 Prozent der Briten, sie würden für einen Verbleib in der EU stimmen. Bei der folgenden eupinions-Befragung im August waren es 56 Prozent, die für einen Verbleib gestimmt hätten. Das entspricht einem Anstieg von sieben Prozent. Diesem Trend folgen fast alle europäischen Mitgliedstaaten, die wir für unsere eupinions repräsentativ erfassen.

Die Zustimmung steigt in Deutschland um 8 Prozent (von 61 Prozent auf 69 Prozent), in Polen steigt sie um 9 Prozent (von 68 Prozent auf 77 Prozent), in Frankreich steigt sie um 3 Prozent (von 50 Prozent auf 53 Prozent) und in Italien um zwei Prozent (von 49 Prozent auf 51 Prozent). Einzig Spanien steht gegen den Trend. Dort verringert sich die Zustimmung von einem sehr hohen Niveau (71 Prozent) auf ein immer noch hohes Niveau von 69 Prozent.

Das britische Referendum über den Austritt aus der Europäischen Union und die politischen und wirtschaftlichen Verwerfungen, die dieser Entscheidung folgten, haben einen deutlichen Eindruck bei den Europäern hinterlassen.

eupinions ist das EU-weite Meinungsforschungs-Projekt der Bertelsmann Stiftung. Bei jeder eupinions-Befragung wollen wir folgendes wissen: „Stellen Sie sich vor, sie könnten in einem Referendum entscheiden, ob ihr Land Mitglied der Europäischen Union bleiben soll. Wie würden Sie wählen?“ Wir befragen mehr als 10.000 Menschen in allen europäischen Mitgliedstaaten. So entstehen repräsentative Antworten für die gesamte EU, aber auch für die sechs größten ihrer Länder. Bei dieser Frage können die Befragten unter drei Antworten auswählen. Zunächst „Ich würde dafür wählen, dass mein Land die EU verlässt.“, dann „Ich würde dafür wählen, dass mein Land in der EU bleibt.“ und schließlich „Ich würde nicht wählen.“

Die Anzahl der Europäer, die im August angaben, gegen die Mitgliedschaft ihres Landes in der EU zu stimmen, sank im Zeitraum März bis August entsprechend: EU-weit von 30 Prozent auf 26 Prozent, in Großbritannien von 36 Prozent auf 31 Prozent, in Deutschland von 26 Prozent auf 21 Prozent, in Frankreich von 34 Prozent auf 31 Prozent, in Polen von 20 Prozent auf 17 Prozent und in Spanien von schon sehr niedrigen 19 Prozent auf 18 Prozent. In Italien würden am meisten Menschen für einen Austritt stimmen: 43 Prozent im März, heute 41 Prozent.
Die Anzahl der Europäer, die nicht wählen würden, beläuft sich für die gesamte EU auf 12 Prozent. Sie schwanken zwischen 16 Prozent in Frankreich und sechs Prozent in Polen. In Deutschland liegt die Anzahl der Menschen, die nicht wählen würden, bei zehn Prozent, in Großbritannien bei 13 Prozent, in Italien bei acht Prozent und in Spanien würden es 13 Prozent vorziehen, sich nicht zu beteiligen.

Den Bericht sowie einige Grafiken finden Sie auch hier.

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