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Bildungsministerin Wanka zu Bildung in Europa

Der Europahof in der Berliner Sophienstraße hatte am vergangenen Montagabend hohen Besuch – Bildungsministerin Johanna Wanka folgte der Einladung der Schwarzkopf-Stiftung, einer langjährigen Mitgliedsorganisation der Europäischen Bewegung Deutschland. Die Schwarzkopf Stiftung hat das Ziel, junge Menschen für Europa zu begeistern – sie tut dies mit Projekten wie dem European Youth Parliament oder den „Europa verstehen“ – Kursen an Schulen, aber eben auch dadurch, dass sie regelmäßig hochrangige Politiker und Regierende mit Schülerinnen und Schülern zusammenbringt.

Profitieren können davon beide Seiten, das wurde bei der abendlichen Veranstaltung mit der Bildungsministerin schnell deutlich. Johanna Wanka tauschte sich mit den anwesenden Jugendlichen über Deutschlands Rolle bei der Entwicklung einer bildungsbasierten Zukunft in Europa aus – für die Schüler/innen eine tolle Gelegenheit, ihre Fragen von der Bundesministerin höchstpersönlich beantworten zu lassen, für diese wiederum die Gelegenheit, Berichte „von der Basis“ zu hören.

Unter den Gästen waren einige Lehramtsstudierende und junge Lehrkräfte, die fragten, wie die Bildungspolitik auf den enormen Bedarf nach Deutsch als Fremdsprache-Dozenten reagieren wird. Sie berichteten von teils unzureichender Qualifikation und ebensolchen Arbeitsbedingungen vieler DaF-Lehrkräfte, die im Zuge der Flüchtlingskrise im Einsatz sind. Die Ministerin verwies auf Initiativen des BMBF, um den rapide gestiegenen Bedarf nach Deutschunterricht zu decken – zum Beispiel Selbstlernplattformen für Smartphones, aber auch die über Ländergrenzen hinweg reichende Einsetzbarkeit von Lehramtsstudierenden. Für Letzteres habe sie intensiv verhandeln müssen, denn Schulbildung und auch Lehrerausbildung sei Länderkompetenz.

Diesen Bildungsföderalismus kritisierten gleich mehrere Anwesende als ineffizienten Flickenteppich. Die Ministerin hielt jedoch kräftig dagegen – Wettbewerb und Vielfalt seien grundsätzlich begrüßenswert, Deutschland habe dank der Länderhoheit eine weltweit beispiellos vielfältige Kulturlandschaft. Auch auf europäischer Ebene wünsche sie sich keine engere Zusammenarbeit als die momentane offene Methode der Koordinierung. Sie betonte jedoch ausdrücklich den Wert der Förderung von Auslandsaufenthalten für Schüler, Studierende und Auszubildende durch die EU.

Praktische Europaerfahrung sei wertvoll, müsse jedoch flankiert werden von fundierter schulischer Bildungsarbeit, darin stimmten die Anwesenden überein. Sie forderten, die Europabildung im schulischen Fächerkanon stärker zu verankern. Europa finde zurzeit überall und nirgendwo statt, theoretisch in mehreren Fächern, aber nur, wenn die Zeit dafür reiche. Das solle sich ändern, Europa habe mehr Verbindlichkeit im Lehrplan verdient – darin waren sich die anwesenden Schüler/innen, Studierende, Lehrkräfte und Bildungsakteure einig.

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