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Career Days 2018 – sonnige Aussichten für das kommende Studienjahr!

Sonnenschein, tolle Gespräche und belgisches Bier – in Berlin gab es einen ersten Einblick in das kommende College of Europe Studienjahr.

Im Hof bei Kaffee und Schrippen | Foto: EBD

Am 04. und 05. Juli 2018 fanden die mittlerweile traditionellen Karrieretage für die Absolventen und neuen Studierenden des College of Europe statt. Die Europäischen Bewegung Deutschland e. V. (EBD) organisierte die Staffelübergabe der deutschen College-Alumni 17/18 an die Studierenden des neuen Jahrganges und verband dies mit einem vielfältigen Rahmenprogramm.

Am Mittwochmorgen trafen sich beide Jahrgänge zu einem kleinen Frühstück im Europahof und konnten sich bei Kaffee und Schrippen zum ersten Mal beschnuppern. Bei bald angeregten Gesprächen wurden so schnell Kontakte geknüpft und die Mitstudierenden kennengelernt.

Im Hof beim Kennenlernen | Foto: EBD

Das Programm war straff: Damit die Studierenden auch eine Idee davon bekommen, was die Arbeit der EBD eigentlich alles beinhaltet, ging es zum Europäischen Haus, wo ein Briefing zur nun beginnenden Österreichischen Präsidentschaft im Europäischen Rat stattfand. Bernd Hüttemann moderierte die Veranstaltung bei der der bulgarische Botschafter S.E. Radi Naidenov seinen Nachfolger, den österreichischen Botschafter S.E. Dr. Peter Huber, herzlich zur Nachfolge gratulierte. Dieser gab im Anschluss einen Überblick über die Zielsetzungen der österreichischen Ratspräsidentschaft.

Nach einem gemeinsamen Pizzaessen im Hof der EBD begrüßte nun die vergangene College-Studenten Generatione die kommende. Unter der Moderation der stv. Generalsekretärin der EBD Karoline Münz, selbst Natolin-Alumna von 2007, erzählten die Brügger und Natoliner Absolventen den Neulingen ungeschminkt von ihren Erlebnissen am College. Die Alumni stellten ihre jeweiligen Studiengänge detailliert vor. Sie berichteten beispielsweise von den Unterschieden im ersten und zweiten Semester, wie wichtig eine strategische Kurswahl sein kann und dass man keine Angst vor französischsprachigen Kursen haben braucht. Der Tipp, sich auch für außer-universitäre Aktivitäten Zeit zu nehmen, seien es Sport, Mitgliedschaft in einem der vielen Clubs oder Kontakte mit der einheimischen Bevölkerung zu knüpfen, wurde den neuen Studierenden mehrfach ans Herz gelegt. Denn so käme man auch mal raus aus der „Blase“, in der man auf dem Campus lebt. Auch über die Jobsuche nach dem College Abschluss und das „Loch“, in das viele fallen, wurde berichtet: Hier bestärkten die Alumni die neuen Studierenden die Kontakte aus Praktika zu pflegen, da diese häufig zu beruflichen Chancen für einen Einstig führten.

Alumni des Jahrgangs 17/18 | Foto: EBD

Zwei Alumni des vorherigen Jahrganges 2016/17, stellten außerdem ihren Werdegang nach dem College vor. Christoph Föhles, der nun beim Bundesministerium für Umwelt, Naturschutz und nukleare Sicherheit (BMU) als Referent für den Bereich „Europäische Union: Grundsatz und Rechtsfragen“ tätig ist,  ermunterte die Studierenden dazu, auch berufliche Erfahrungen in Praktika oder Traineeships zu sammeln. Außerdem helfen einem die dort gewonnenen Kontakte bei der Stellensuche. Die momentane Nachfrage von Institutionen und Behörden für Europa-Experten aufgrund der 2020 kommenden Deutschen EU-Ratspräsidentschaft sah er als gute Chance für alle College-Absolventen in den Berufseinstieg an. Dies wurde während beider Tage von mehreren Seiten betont.

Marvin Große, der bei Save the Children e.V. als Advocacy Manager im Bereich „Humanitäre Hilfe und Krisen“ arbeitet, konnte berichten, dass das College ihn optimal auf seinen Job vorbereitet hat. Sein Rat an die neuen Studierenden war, am Campus das Angenehme mit dem Nützlichen zu verbinden, denn wenn man persönliche Interessen mit den Inhalten am College verknüpfen kann, macht es am Ende noch mehr Spaß. Zuletzt berichtete Jan Heyen, Alumnus der Aristoteles-Promotion 2000/01, von seiner Laufbahn. Als Referent für Politik in der Botschaft von Neuseeland gab er den Studierenden mit auf den Weg, dass das College nicht nur kurzfristig bei Bewerbungen Türen öffnet, sondern auch langfristig durch die internationalen Erfahrungen und das Alumni-Netzwerk ein großer Mehrwert ist.

Mehrere der deutschen College of Europe Studierenden haben sich in dem vergangenen Studienjahr 2017/18 durch besondere Leistungen hervorgetan: Carsten Gerards, Studiengang European Interdisciplinary Studies, ist Jahrgangsbester und erhielt zudem eine Auszeichnung für seine Masterarbeit. Auch die Studierenden Yannic Blaschke, Sabine Volk, Hendrik Nahr und Viola Zollitsch erarbeiteten herausragende Arbeiten und erhielten dafür verschiedene Würdigungen. Den Bericht für die Preisverleihung finden Sie hier.

Dazu möchten wir diesen Alumni herzlich gratulieren!

Anschließend ging es gesammelt zum deutschen Sitz der NGO Transparency International, welche regelmäßig einen Korruptionsbericht veröffentlicht und damit weltweit auf Korruptionsfolgen aufmerksam macht und Integritätssysteme stärken will. Transparency International Deutschland e.V. ist eine Mitgliedsorganisation der Europäischen Bewegung e.V.. Nach einer kurzen Einführungspräsentation von Maximilian Heywood und Nacho Espinosa über ihren beruflichen Werdegang und die Grundprinzipien ihrer Arbeit, konnten die Studierenden und Absolventen Fragen zur Arbeitsweise und Inhalten stellen. So interessierte viele die Karrierechancen und das Gehaltssystem bei NGOs, aber auch die Höhe des Frustrationslevels beim Kampf gegen Korruption. Zu aktuellen Themen wie dem Dieselskandal und der genauen Definition von Korruption wurden ebenfalls interessiert gefragt.

Foto: EBD

Nach diesem spannenden Ausflug konnten die Teilnehmerinnen und Teilnehmer der Karrieretage sich kurz erholen, bevor es zum letzten geplanten Tagespunkt des Programmes ging: der Empfang der Brüssel und College Alumni in der Belgischen Botschaft in Berlin. S.E. Ghislain D’hoop hatte bei B-B – belgischem Bier und Brezeln – dazu geladen, den lauen Abend gemütlich ausklingen zu lassen. Auf die flammende Rede des Botschafters zur Wichtigkeit der Europäischen Integration und die deutsche Gastfreundschaft gab es lauten Applaus. Mit einer emotionalen Rede bedankte sich der Generalsekretär der EBD, Bernd Hüttemann, für die großartige Zusammenarbeit, und verabschiedete den Botschafter, der nun in Wien tätig sein wird.

Der zweite Tag begann im Auswärtigen Amt, wo Andrea Befort, Referat „Personalpolitik und Dienstrecht in der EU“ die Gruppe begrüßte.  Nach ein paar einführenden Worten zur Bewerbung bei der Europäischen Union und den niedrigen deutschen Bewerberzahlen übergab sie das Wort an Kim-Mailin Weinrich, College Alumna des Jahrgangs 2014, die nun als Referentin im Auswärtigen Amt tätig ist. Sie konnte umfangreich zu ihrem Werdegang im Auswärtigen Amt und dem Auswahlprozess berichten, welcher sowohl Interviews als auch verschiedene praktische Tests beinhaltet. Unterstützt wurde sie dabei von Julian Lübbert, auch ein Alumnus des College. Er feiert bereits sein 10 jähriges College Jubiläum. Beide sind momentan in der Europabteilung tätig. Die Studierenden stellten viele Fragen zur Dauer des Verfahrens, den Annahmechancen, sprachlichen Voraussetzungen und Aufstiegschancen innerhalb des Amtes. Auch spezielle Fragen zur 2. Staatbürgerschaft und damit verbundenen Einsatzmöglichkeiten wurden diskutiert, genauso wie die Frage nach dem 2. Staatsexamen bei Juristen und ob dieses für eine Einstellung benötigt wird.

Wolfgang Schmidt, EuGh | Foto:EBD

Es folgte ein Beitrag von Wolfgang Schmidt, Rechts- und Sprachverständiger am Europäischen Gerichtshofs und Alumnus 2006. Im Vorfeld zu seinem Vortrag hatte er den teilnehmenden Studierenden bereits einen Hinweis auf eine laufende Ausschreibung zum Auswahlverfahren vom Europäischen Amt für Personalauswahl (EPSO) geschickt, bei dem Kandidaten für eine Reserveliste von Rechts- und Sprachverständigen der deutschen Sprache für den Gerichtshof ausgewählt werden. Zwei der teilnehmenden Studenten haben sich auch auf diese Ausschreibung beworben.

Jonas Roleder, Büro Gerard Ullrich | Foto: EBD

Wolfgang Schmidt konnte vor allem den zukünftigen Rechtsstudenten einen tollen Einblick in einen möglichen Werdegang beim EuGh aufzeigen und beantwortete viele Fragen zum Referendariat und Einstiegschancen. Diese seien zwar nicht ganz einfach, allerdings ermutigte er die Studierenden Kontakte aufrecht zu erhalten und auch Abteilungen wie den Übersetzungsservice, in dem er selbst tätig ist, in Betracht zu ziehen.

Abgerundet wurde die Vortragsreihe von Jonas Roleder, Alumnus 2016, der nun als wissenschaftlicher Mitarbeiter im Büro von Gerard Ullrich im Bundestag tätig ist. Auch er gab einen Einblick in seinen Werdegang und hatte viele wertvolle Tipps für den Berufseinstieg parat: So verwies er auf eine Internetseite mit vielen Praktika Möglichkeiten bei der EU, welche auch abseits vom bekannten BlueBook Traineeship bestehen. Da er selbst dieses Traineeship absolviert hatte, betonte er den inhaltlichen Mehrwert, welcher sich daraus ergeben kann und auch den Unterschied zu klassischen Praktikas. Auch verwies er darauf, dass mit einer Promotion zwar innerhalb von Deutschland die Chancen auf einen Beruf steigen mögen, in Belgien allerdings kaum eine Rolle spielen.

Dr. Susanne Hegels, BMWi | Foto: EBD

Nach kurzer Pause ging es nun zum Finale in das Bundesministerium für Wirtschaft und Energie. Hier wurde die Gruppe durch Dr. Susanne Hegels, stlv. Referatsleiterin des Referats „Grundsatzfragen, Koordinierung, Weisungsgebung, Europäisches Parlament“, in Empfang genommen. Ein Mitglied des Besucherdienstes gab der Gruppe eine kurze Hausführung, bei welcher unter anderem der Eichensaal und der neu benannte Ludwig-Erhard-Saal besucht wurden. Nach einem kleinen historischen Abriss über die Geschichte des Ministeriums und den früheren Verwendungen der Gebäude, übernahmen mehrere Alumni des College das Podium, welche nun beim Ministerium in verschiedenen Bereichen tätig sind:

Den Anfang machte Dr. Ingo Fährmann, Jahrgang 2008, der als Rechtswissenschaftler an das College kam um dort den interdisziplinären Studiengang in Natolin zu absolvieren. Auch er feiert sein 10 jähriges College Jubiläum. Einführend erinnerte er sich an seine eigene Studienzeit, bei der es noch um die Erweiterung des Schengen Raumes ging, während die Studierenden der aktuellen Jahrgänge sich erstmals mit der Verkleinerung der EU durch den Brexit befassen müssen. Er ist nun bei der öffentlich-rechtlichen Stiftung „Fonds zur Finanzierung der kerntechnischen Entsorgung“ tätig, welche einen Vertrag mit dem Ministerium hat. Er lobte das Ministerium als tolle Option für den Berufseinstieg nach dem Studium. Danach folgte Frau Dr. Chiara Santangelo, Jahrgang 2008, welche unter anderem während ihrer Laufbahn beim Ministerium als Referentin von Staatsekretärin Brigitte Zypries tätig war. Die Studierenden hinterfragten, ob es Veränderungen in der politischen Linie gäbe nach Regierungswechseln, was sie jedoch verneinte, da das Ministerium seine eigenen, generellen Strukturen habe.

Dr. Chiara Santangelo, BMWi | Foto: EBD

Nun übernahm Dr. Katja Neumann, die bereits 1995 das College abgeschlossen hatte. Sie ist nun als Referatsleiterin im Bereich „Erneuerbare Energien im Wärmemarkt und Förderung Energieeffizienz in Gebäuden“ tätig. Sie betonte, dass – obwohl man nicht direkt in der Europaabteilung tätig sei – das Thema Europa sich durch alle Arbeitsbereiche durchziehen würde. Es folgte ein Beitrag von Bernardo Vasconcelos, Jahrgang 2014, der als Referent für den Bereich Brexit tätig ist. Er hatte sich nach dem Studium für eine befristete Laureaten Stelle beim Ministerium beworben und wurde eingestellt. Auch er betonte die vielfältigen Arbeitsebenen und Kontakte, welche er durch seine Arbeit mit anderen Ministerien, Stakeholdern und Wirtschaftsakteuren kennen lernen kann. Zudem wies er daraufhin, dass die wirtschaftlichen und europapolitischen Kurse, welche er am College belegt hatte, ihn inhaltlich sehr gut auf sein jetziges Arbeitsfeld vorbereitet haben. Den finalen Beitrag übernahm Dr. Susanne Hegels selbst. Sie gab in ihrem Vortrag eine Übersicht zur EU-Koordinierung der Bundesregierung und den verschiedenen Aufgabenbereichen des BMWi.

Foto: EBD

Nach zwei vollgefüllten Tagen mit tollen Redebeiträgen, spannenden Diskussionen und viel Sonne, werden sich die Studierenden im September in Natolin und Brügge zu Beginn des neuen Semesters wieder begegnen.

Wir bedanken uns bei allen Referenten und Teilnehmerinnen und Teilnehmern für diese spannenden Tage.

Das Vernetzungsseminar findet seit 2009 jährlich statt und dient der Förderung des jahrgangs- und campusübergreifenden Austauschs unter den Studierenden; gerade für die angehenden Studierenden sind die Erfahrungsberichte vorheriger Jahrgänge oftmals eine wichtige Orientierungshilfe für den Einstieg in den neuen Lebensabschnitt am College.