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Career Lunch – Europa | Wie kommt man ans College of Europe und wohin geht es danach?

Wie hebt sich das Studium am College of Europe von anderen Europa-Studiengängen ab? Und wo landen die ehemaligen Studierenden der Kaderschmiede für die EU? Am 27. November 2019 beantworteten vier Alumni Fragen des Publikums zu den Spezifika der Studiengänge, zum Auswahlverfahren und zu den Berufsaussichten. Die Europäische Bewegung Deutschland organisierte das Event, Rede und Antwort standen Pascal Friedrich, Referent für Geschäftspolitik beim Bundesverband der Deutschen Volksbanken und Raiffeisenbanken e.V., Nicola Hoochhausen, Finanzassistentin bei der International Organization for Migration (IOM) sowie Katharina Schaake, Praktikantin im Bereich Internationale Klimapolitik bei der Deutschen Gesellschaft für Internationale Zusammenarbeit (GIZ), und es moderierte Karoline Münz, stellvertretende Generalsekretärin bei der EBD.

Nach einer Begrüßung und einleitenden Worten von Frau Münz, ebenfalls Absolventin des College, stellten die Alumni sich und ihre Werdegänge vor. Den Anfang machte Katharina Schaake, frische Absolventin des Studiengangs Internationale Beziehungen. Ihren Bachelor in European Studies absolvierte sie in Passau, anschließend studierte sie im Master European Affairs in Lund. Bei ihrem Studium am College spezialisierte Schaake sich auf Internationale Klimapolitik und setzt dies bei ihrer jetzigen Tätigkeit bei der GIZ fort. Für sie macht das Besondere am College aus, dass sehr enge Verbindungen und dauerhafte Freundschaften zu (ehemaligen) Kommiliton/innen entstehen. Ein Großteil ihrer Mitstudierenden sei nun im Blue Book Traineeprogramm der EU-Kommission untergebracht.

Für Pascal Friedrich stand fest, dass er im Bereich der Finanzmarktregulierung arbeiten wollte, weshalb er nach seinem Studium der Europäischen Wirtschaft für ein Praktikum nach Brüssel ging. Im anschließenden Studium der European Economic Studies am College wählte er eine Vertiefung in „European Law and Economic Analysis“, die die rechtlichen und ökonomischen Komponenten der EU-Wettbewerbspolitik vermittelt. Nach weiteren Stationen in Paris und Brüssel kam er schließlich zu den Volksbanken und Raiffeisenbanken in Berlin, wo er europapolitische Entscheidungen und Einflüsse in regionale Bankenpolitik überführt.

Nicola Hoochhausen, die auch Internationale Beziehungen studierte, zählte sich zu den wenigen, die nicht direkt nach dem Bachelor bzw. ersten Master ans College gingen, sondern zwischendurch Berufserfahrungen gesammelt haben. Dadurch wusste sie genau, wo sie hinwollte und war dankbar für die Spezialisierungsmöglichkeit in ihrem favorisierten Gebiet. Heute arbeitet sie im Bereich Finanzen bei der International Organization for Migration.

Im Verlauf der Diskussion wurde geklärt, dass europawissenschaftliche Vorerfahrungen nicht zwingend für die Aufnahme am College of Europe erforderlich sind. Wichtig sei, dass man im Bewerbungsverfahren seine Europa-Ambitionen deutlich machen kann – für vertiefte EU-Kenntnisse gäbe es am College die Einführungskurse vor und am Anfang des Semesters.

Hinsichtlich der Jobaussichten waren sich die Alumni darüber einig, dass das College ein idealer Ort zum Netzwerken sei und Tür und Tor für eine Karriere mit Bezug zur Europäischen Union öffne. Friedrich merkte an, dass man nach dem Studium aber nicht die Erwartungshaltung haben sollte, direkt den Traumjob schlechthin zu ergattern. Vielmehr sollte man bereits vor dem Studium eine Vorstellung davon haben, wo es hingehen soll und sich dann während des Studienjahres entsprechend spezialisieren und vernetzen. Schaake ergänzte, dass man weniger eine akademisch hochrangige Lehre erwarten solle, stattdessen sei das Studium sehr intensiv und praxisorientiert, nicht zuletzt weil die Dozierenden fast ausnahmslos aus der Praxis kommen und ihre Expertenkenntnisse und Werte in den Unterricht einfließen lassen. Zu den Soft Skills, die man sich am College aneigne und die auch im Beruf sehr gefragt seien, gehöre besonders die Arbeit unter hohem Zeitdruck. Diese Faktoren machten den Mehrwert gegenüber Europastudiengängen an anderen Universitäten aus. „Der Master am College macht einen breiter, aber nicht höher“, brachte es Schaake auf den Punkt. Pascal Friedrich erzählte, dass die meisten seiner ehemaligen Kommiliton/innen heute Jobs im internationalen Politikbereich hätten, zum Beispiel beim Auswärtigen Amt oder in der Entwicklungshilfe.

Weitere Fragen bezogen sich auf die Finanzierung des Studiums: Als Stipendiat/in sind die Kosten für Unterkunft und Verpflegung die einzigen, die man zu tragen hat – und für ein Stipendium bewirbt man sich mit der Bewerbung um ein Studium automatisch mit. Laut Hoochhausen seien diese Kosten gut stemmbar und sie riet davon ab, neben dem intensiven Studienalltag noch arbeiten zu gehen. Sie begrüßte die Stipendiensituation sehr. Den Zugang zum College erhalte man durch Wissen und Kompetenz, statt durch einen vollen Geldbeutel oder reiche Eltern. Karoline Münz bemerkte außerdem, dass für die deutschen Studierenden auch eine kleine Anzahl an Vollstipendien verfügbar sei.

Neben den Hard Facts zum Studium am College of Europe sei aber auch der Spaßfaktor nicht außen vorzulassen. Studienreisen, National Weeks und die Model United Nations-Konferenzen seien eine nette Abwechslung zum Studienalltag. Das Gemeinschaftsleben sei in einem Jahr intensiver als in drei Jahren an einer anderen Hochschule, stimmten die Alumni überein. Zum Schluss lockte Friedrich noch mit der Aussicht, auf Veranstaltungen des College hochrangige internationale Politiker treffen zu können – darunter waren bereits Barack Obama, Xi Jingping und Wolfgang Schäuble.

Falls Sie auch Interesse an einem Studium am College of Europe haben, laden wir Sie herzlich zum Facebook Live-Chat am 4. Dezember ein. Die Bewerbungsphase für das Studienjahr 2020/21 läuft noch bis zum 15. Januar 2020. Weitere Informationen finden Sie hier.

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