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Europäische Wertegemeinschaft, Justiz und Inneres

Caritas: Flüchtlinge in Deutschland – Caritas-Präsident fordert verstärkte humanitäre Hilfe

Angesichts aktueller Debatten zur Situation von Flüchtlingen in der EU und in Deutschland fordert Caritas-Präsident Peter Neher die politisch Verantwortlichen und die Gesellschaft zu verstärkter Hilfe auf: „Wenn wir auf die dramatische Lage in Syrien schauen und die Not in vielen anderen Ländern der Welt sehen, müssen auch wir in Deutschland uns aufgefordert fühlen, mehr Flüchtlinge aufzunehmen.“

Gerade am Beispiel des syrischen Bürgerkrieges zeige sich die verzweifelte Lage der Menschen. „Jeder dritte Syrer ist mittlerweile auf Hilfe angewiesen. Das sind fast sieben Millionen Menschen. Das syrische Flüchtlingsdrama ist eine der größten humanitären Katastrophen der vergangenen zehn Jahre“, macht Neher deutlich. Nachbarländer wie beispielsweise der Libanon zeigten auf bewundernswerte Weise Solidarität mit den Flüchtlingen. Das Land mit seinen 4,2 Millionen Bürgen habe bis heute mehr als eine Millionen Flüchtlinge aufgenommen und längst die Grenzen der Belastbarkeit erreicht. Daher sei es umso wichtiger, dass die Bundesregierung die Hilfe für syrische Flüchtlinge in Syrien und den Nachbarländern weiterhin großzügig unterstützt.

„Wir begrüßen es, dass bis Ende des Jahres 5.000 syrische Flüchtlinge in Deutschland aufgenommen werden sollen und die Länder die Möglichkeit haben, zusätzlich Familienangehörige von Syrern aufzunehmen.“ Die Bundesländer und ihre Behörden sollten ihre Ermessensspielräume großzügig nutzen, um Familien und deren Kindern, die durch Krieg und Gewalt traumatisiert sind, eine Perspektive in Sicherheit bieten zu können. „Im Hinblick auf die Belastungen der syrischen Nachbarländer wäre eine großzügige Ausweitung dieser humanitären und politischen Geste aus unserer Sicht angemessen“, schlägt Neher vor. Dabei sollte auch bei den anderen EU-Staaten um eine entsprechende Aufnahme geworben werden.

Neher wünscht sich auch angesichts immer wieder aufkommenden Widerstands gegen Flüchtlingsunterkünfte in Deutschland mehr Verständnis für die Nöte dieser Menschen. „Viele Menschen in unserem Land setzen sich für Flüchtlinge ein. Aber noch immer gibt es Proteste gegen Flüchtlingsunterkünfte und Hetze gegen diese Menschen.“ Dies sei eine Herausforderung an Politik und Gesellschaft, sich dagegen entschieden zur Wehr zu setzten. Den politisch Verantwortlichen komme hier die Aufgabe zu, sensibel mit dem Thema umzugehen und die Situation der Schutz suchenden Menschen den Bürgern verständlich zu erklären. „Der Papst hat bei seinem Besuch auf Lampedusa dringend einen würdevollen und offenen Umgang mit Flüchtlingen gefordert. Dies ist eine Mahnung und Aufforderung an uns alle“, betont Neher.

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