Europäische Wertegemeinschaft

Caritas | Forderung nach europäischen Lösungen

Seenotrettung ist humanitäre und völkerrechtliche Pflicht

Die Caritas begrüßt die vorläufige Einigung auf einen Notfallmechanismus zwischen den Innenministern von Deutschland, Frankreich, Italien und Malta. „Es gilt nun, einen verlässlichen und wirklich solidarischen Verteilungsmodus zwischen den EU-Mitgliedstaaten zu entwickeln, um die aus Seenot geretteten Menschen schnell an einen sicheren Ort innerhalb der Europäischen Union bringen und adäquat versorgen zu können“, mahnt Caritas-Präsident Neher anlässlich des Welttages des Migranten und Flüchtlings.

Es gehe jetzt darum, möglichst viele EU-Mitgliedstaaten für eine Beteiligung an dem Notfallmechanismus zu gewinnen. Daneben hoffe er auf die designierte EU-Kommissionspräsidentin Ursula von der Leyen, die sich vor dem EU-Parlament zur Pflicht bekannt habe, menschliches Leben auf See zu retten. Bei allen Bemühungen um eine Verbesserung der Seenotrettung muss im Blick behalten werden, dass Schlepper ihre Strategien an sich verändernde Situationen anpassen und Menschen absichtlich Gefahren aussetzen.

Entschieden wendet sich Caritas-Präsident Neher gegen eine Kriminalisierung solidarisch handelnder Menschen: „Die humanitäre Hilfe für Migranten und Flüchtlinge wird zunehmend in einigen Mitgliedstaaten der Europäischen Union stigmatisiert, erschwert und kriminalisiert.“. In jüngster Zeit betrifft dies auch zivile Seenotretter, die sich immer häufiger strafrechtlichen Vorwürfen ausgesetzt sehen. „Eine Kriminalisierung von Rettern steht in Widerspruch zu den grundlegenden Werten der Europäischen Union“, betont Neher. Er verweist in dem Zusammenhang auf die EU-Richtlinie, die Beihilfe zu unerlaubter Einreise definiert. Eine Reform sei überfällig. „In humanitären Fällen müssen Sanktionen unterbleiben“, so Neher.

Der Deutsche Caritasverband mit seinem Hilfswerk Caritas international steht den Menschen, die vor Krieg fliehen oder bessere Lebenschancen für ihre Familien suchen, sowohl in Deutschland als auch in Afrika, Asien und Lateinamerika zur Seite. Dazu zählen zahlreiche Beratungsstellen für Flüchtlinge in Deutschland, aber auch Hilfsprojekte und Migrantenzentren in Ägypten, Tunesien, Niger, Marokko, Mali, Libanon, Griechenland und vielen Ländern mehr.

Der Tag des Migranten und Flüchtlings wird in diesem Jahr am 29. September begangen. Der Vatikan macht an diesem Tag mit der Botschaft „It´s not just about migrants, it´s also about our humanity“ („Es geht nicht nur um Migranten, es geht auch um unsere Menschlichkeit“) auf das Schicksal von Migranten und Flüchtlingen aufmerksam.

Die Forderung finden Sie auch hier auf der Internetseite des Caritasverbands.

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