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Caritas | Integration der Flüchtlinge zentrale Zukunftsaufgabe

Caritas-Präsident Dr. Peter Neher äußert sich in einem Statement zur Flüchtlingspolitik:

„Auch wenn die Versorgung und Unterbringung der vielen Flüchtlinge zur Zeit das beherrschende Thema ist, sollten wir uns möglichst rasch mit der anspruchsvollen Aufgabe der Integration auseinandersetzen“, forderte Neher zum Abschluss der Delegiertenversammlung, die heute Mittag in Regensburg zu Ende gegangen ist.

Was sich in diesen Tagen an den europäischen Außengrenzen und innerhalb Europas abspiele, sei von historischem Ausmaß. „Dies betrifft nicht nur die große Zahl der Flüchtlinge. Die Herausforderung wird es sein, den vielen Menschen eine neue Heimat zu geben und die eigene Bevölkerung auf diesem Weg mitzunehmen“, machte Neher deutlich. Gleichzeitig müsse innerhalb der europäischen Gemeinschaft eine Politik befördert werden, die Solidarität untereinander und mit den Flüchtlingen stärker erfahrbar mache als dies bis jetzt gelungen sei.

Kritisch äußerte sich Neher zu den geplanten Änderungen im Asylrecht: „Die Zeit der Asylverfahren muss verkürzt werden, ohne die Standards des Asylverfahrens und des Verfassungsrechts dabei auszuhebeln.“ Die Pläne der Bundesregierung, für Menschen aus dem Balkan einen einfacheren Zugang zum Arbeitsmarkt zu ermöglichen, begrüßte Neher. Zudem machte er deutlich, „die wirtschaftliche Stabilisierung dieser Region des europäischen Kontinents ist eine Aufgabe europäischer Politik, damit auch dort Menschen Perspektiven für ihr Leben entwickeln können.“

Die Frage des assistierten Suizids war ebenfalls Thema der Delegiertenversammlung. „Die Humanität einer Gesellschaft zeigt sich in den Grenzfällen des Lebens: wie mit Menschen umgegangen wird, die auf Unterstützung und Hilfe angewiesen sind“, betonte Neher. Er bekräftigte das klare Nein gegen Angebote der Suizidassistenz, das die katholische und evangelische Kirche in einer gemeinsamen Stellungnahme deutlich gemacht haben. „Wir brauchen ein politisches und gesellschaftliches Bekenntnis zur Unterstützung schwerstkranker und sterbender Menschen und ihrer Angehörigen.“ Die Angst vieler Menschen, am Lebensende unter starken Schmerzen leiden und alleine sterben zu müssen, müsse ernst genommen werden. Daher seien der von der Bundesregierung beschlossene Ausbau und die Weiterentwicklung der Hospiz- und Palliativversorgung dringend notwendig und sehr zu begrüßen. Auch die Caritas sehe sich hier herausgefordert, ihre eigenen Angebote weiterzuentwickeln, um Menschen im Sterben gut zu begleiten.

Vom 13. bis 15. Oktober haben rund 190 Delegierte aus dem gesamten Bundesgebiet über zentrale sozial- und verbandspolitische Fragen diskutiert. Der Delegiertenversammlung, dem höchsten Beschlussorgan des DCV, gehören Vertreter der Diözesan- und Orts-Caritasverbände, aus Fachverbänden und Ordensgemeinschaften an.

Das gesamte Statement des Präsidenten finden Sie hier.

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