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Centrum für Europäische Politik | Schärfere CO2-Grenzwerte für Pkw

Um die CO2-Emissionen des Straßenverkehrs zu senken, will die EU-Kommission die Grenzwerte für Pkw und leichte Nutzfahrzeuge (LNF) weiter verschärfen.

Strengere CO2-Grenzwerte erzeugen hohe CO2-Vermeidungskosten. Darauf weisen die Verkehrsexperten des cep in ihrer Analyse des Verordnungsvorschlages der EU-Kommission hin. Aus ihrer Sicht bieten strengere CO2-Grenzwerte auch keine Gewähr, dass sich die CO2-Emissionen im gewünschten Ausmaß verringern. Zwar geben CO2-Grenzwerte Anreize zum Bau und Kauf von Fahrzeugen, die weniger CO2 pro Kilometer emittieren. Die von der Kommission anvisierte Senkung der Kraftstoffkosten durch effizientere Motoren kann jedoch den Trend zu schweren und leistungsstärkeren Fahrzeugen verstärken. Wenn die Spritkosten durch effizientere Motoren sinken, wird aber auch mehr gefahren und damit mehr CO2 ausgestoßen.

Außerdem gibt es eine bessere Alternative: „Um CO2-Reduktionsziele im Straßenverkehr sicher und effizient zu erreichen, sollte die EU Raffinerien und Kraftstoffimporteure in ein Emissionshandelssystem einbeziehen“, fordert cep-Experte Martin Menner. Dann ist der CO2-Ausstoß durch die Anzahl der Zertifikate wirksam gedeckelt.

Grundsätzlich ist ein Anreizsystem für emissionsarme Fahrzeuge einer Quote für Elektrofahrzeuge vorzuziehen. Die von der Kommission vorgeschlagene Ausgestaltung ist aber nicht technologieneutral, denn die Anreize beziehen sich vorwiegend auf batteriebetriebene Fahrzeuge.

Wesentliche Änderungen zum Status quo

  • Bisher wurden die CO2-Emissionen von Pkw und LNF mit dem NEFZ-Verfahren gemessen. Nun werden sie mit dem realitätsnäheren WLTP-Verfahren gemessen.
  • Bisher wurden die CO2-Zielvorgaben in absoluten Werten in g CO2/km vorgegeben. Nun gelten ab 2025 und 2030 prozentuale Einsparziele in Höhe von 15% bzw. 30% des Durchschnitts aller herstellerspezifischen CO2-Zielvorgaben von 2021.
  • Neu ist, dass Hersteller gelockerte CO2-Zielvorgaben erhalten, wenn sie 2025 mehr als 15% und 2030 mehr als 30% emissionsarme oder emissionsfreie Fahrzeuge herstellen.

Hintergrund

 Um dem globalen Klimawandel zu begegnen, sollen bis 2050 die EU-weiten CO2-Emissionen aus dem Verkehrssektor um mindestens 60% gegenüber 1990 sinken. Dazu hat die EU-Kommission diesen Vorschlag für eine Verordnung des Europäischen Parlaments und des Rates zur Festsetzung von Emissionsnormen für neue Pkw und leichte Nutzfahrzeuge im Rahmen des Gesamtkonzepts der Union zur Verringerung der CO2-Emissionen von leichten Fahrzeugen am 8. November 2017 vorgelegt. Gegenwärtig wird dieser in Ratsarbeitsgruppen und im zuständigen Parlamentsausschuss diskutiert.

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