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  • 09.01.2018 - 10:15 GMT

cep | Antimikrobielle Resistenzen EU-weit bekämpfen

Die vorgeschlagene Initiative der EU-Kommission zur EU-weiten als auch globalen Bekämpfung antimikrobieller Resistenzen (AMR) ist ein wichtiger Schritt in die richtige Richtung. Zu dieser Einschätzung kommt das cep in seiner Bewertung des entsprechenden Aktionsplanes der EU-Kommission. „Resistente Krankheitserreger verbreiten sich grenzüberschreitend, deshalb reichen nur nationale Anstrengungen oder solche auf Ebene der EU allein nicht aus für deren effektive Bekämpfung“, so die Experten des cep. Darüber hinaus gelte es, den Einsatz von antimikrobiellen Mitteln stärker zu reduzieren, da deren exzessive Nutzung eine Hauptursache für Resistenzen sei. Aus Sicht des cep könnte außerdem eine EU-Förderung der Entwicklung neuer antimikrobieller Mittel dazu beitragen, den zukünftigen Bedarf an diesen zu decken. Diese Förderung wäre ordnungspolitisch unproblematisch, wenn sie sich auf die Grundlagenforschung beschränken würde.

Antimikrobielle Resistenz (AMR) erschwert die Bekämpfung von Krankheitserregern in der Gesundheitsversorgung und der Tierhaltung. AMR nimmt in der EU weiter zu. Auf antimikrobielle Resistenzen sind EU-weit jährlich ca. 25.000 Todesfälle und 1,5 Mrd. Euro an Kosten im Gesundheitsbereich sowie an krankheitsbedingten Produktivitätseinbußen zurückzuführen.Hauptursache für AMR ist die zu häufige und fehlerhafte Verwendung antimikrobieller Mittel. Zudem hat sich die Entwicklung neuer Antibiotika laut Kommission in den letzten 20 Jahren verlangsamt.

Die EU folgt bei der AMR-Bekämpfung dem „Eine-Gesundheit“-Konzept, wonach aufgrund von Interdependenzen Maßnahmen nicht nur im Bereich der menschlichen, sondern auch der tierischen Gesundheit sowie im Umweltbereich – etwa beim Wasserschutz – zu ergreifen sind.

Die Kommission will mit ihrem Vorgehen außerdem eine bessere Grundlage für Politikentscheidungen zur Bekämpfung von AMR schaffen und u.a. Daten vorlegen, die Zusammenhänge zwischen AMR und dem Einsatz antimikrobieller Mittel zeigen, sowie Ergebnisindikatoren definieren, die den Fortschritt bei der AMR-Bekämpfung messen. Außerdem soll mit der OECD ein Modell ausarbeitet werden, das die Kostenwirksamkeit nationaler Maßnahmen misst.