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cep | Emissionshandel als Hauptmittel zur CO2-Reduktion auch im Straßenverkehr

Die Europäische Union will CO2-Emissionen bis 2050 auf null senken. Dazu soll auch der Verkehrssektor verstärkt beitragen. Die EU-Kommission setzt mit der „Strategie zur nachhaltigen Mobilität“ auf eine weitere Verschärfung der CO2-Grenzwerte für Pkw, Lieferwagen und Lkw. Neben anderen Maßnahmen wie der Abschaffung von Subventionen zugunsten fossiler Brennstoffe erwägt die EU-Kommission erstmals auch, ein Emissionshandelssystem (EHS) für den Straßenverkehr einzusetzen.

„Die EU-Klimaziele können am effektivsten und am effizientesten durch ein Emissionshandelssystem erreicht werden“, sagt cep-Experte Martin Menner, der die EU-Strategie in einer cepAnalyse bewertet hat. „Das gilt grundsätzlich auch für den Verkehrssektor. Ein EHS sollte dann aber auch zum Hauptinstrument der CO2-Reduktion im Straßenverkehr werden“, betont der Freiburger Wissenschaftler.

Laut Menner würde ein übergangsweise separates EHS für den Straßenverkehr Industrien, die von Abwanderung bedroht sind, vor zusätzlich steigenden Zertifikatspreisen im EU-EHS schützen und das Preissignal für den Verkehrssektor sogar noch verstärken. „Weiter verschärfte CO2-Grenzwerte für Pkw, Kleintransporter und Lkw sind dagegen deutlich weniger zielsicher als ein EHS, unnötig teuer und nicht mehr technologieneutral“, warnt der cep-Experte.

Für den Flugverkehr sieht Menner eine Senkung der Zahl gratis zugeteilter Zertifikate kritisch. „Das erhöht die Anreizwirkungen im EU-EHS nicht, führt jedoch zu Wettbewerbsnachteilen von Fluggesellschaften mit Drehkreuzen im Europäischen Wirtschaftsraum“, sagt Menner.

Der Verkehrssektor ist für etwa ein Viertel der CO2-Emissionen der EU verantwortlich.

cepAnalyse: Nachhaltige Mobilität

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