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cep | EU will Berufliche Bildung ins 21. Jahrhundert holen

Mithilfe einer Empfehlung des Rates will die EU-Kommission die Berufliche Bildung in der EU zukunftsfähiger gestalten. Eine cepAnalyse untersucht den Vorschlag.

Der Ansatz der Kommission zeigt Licht und Schatten. Verfehlt ist die Vorgabe quantitativer Bildungsziele bis 2025. Die Ausgestaltung der beruflichen Bildung sollte sich am tatsächlichen Bedarf des Arbeitsmarktes orientieren, und nicht am Erreichen von Quoten. Diese können maximal Richtwerte sein.

Mehr Schaden als Nutzen würde zudem die geforderte Modularisierung der Lehrinhalte in der beruflichen Ausbildung und die Einführung von Micro-Credentials bringen. Das käme einer Zerstückelung der Ausbildung gleich und würde dazu führen, dass Unternehmen Qualifikationen einzeln überprüfen müssen und sich nicht auf die Qualität einer abgeschlossenen Ausbildung verlassen können.

Problematisch ist darüber hinaus das Vorhaben, die Vermittlung allgemeiner Schlüsselkompetenzen in die berufliche Ausbildung zu integrieren. Hier gilt: Unternehmen müssen selbständig entscheiden können, welche Kompetenzen für ihre beruflichen Anforderungen relevant sind. Die Ausbildungsbereitschaft kann sonst möglicherweise sinken, wenn allgemeine Schlüsselkompetenzen nicht unternehmensrelevant sind.

Positiv zu bewerten ist das Ziel der Kommission, die Vergleichbarkeit von Qualifikationen in der EU zu fördern. Dies erleichtert die grenzüberschreitende Mobilität und stärkt somit den Binnenmarkt. Auch die Förderung des Lernens am Arbeitsplatz kann mittel- und langfristig zu positiven Wachstums- und Beschäftigungseffekten führen.

Hintergrund

Die Empfehlung soll dazu beitragen, dass die berufliche Bildung Qualifikationen vermittelt, die modernen Kompetenzanforderungen, insbesondere des digitalen und ökologischen Wandels, gerecht werden und die in den Mitgliedstaaten erworbenen beruflichen Qualifikationen besser vergleichbar werden. Zu diesem Zweck ruft die Empfehlung die Mitgliedstaaten auf, bis 2025 drei quantitative Ziele zu erreichen:

– Mindestens 82% der Absolventen sind erwerbstätig.

– 60% der „jungen Berufsbildungsabsolventen“ erhalten während der beruflichen Bildung die Möglichkeit zum Lernen am Arbeitsplatz.

– 8% der „Lernenden in der Berufsbildung“ können Erfahrungen im Ausland sammeln.

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