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cep | EU will Fachkräftemangel im Gesundheitsbereich reduzieren

In neuen Leitlinien gibt die EU-Kommission den Mitgliedstaaten Hinweise zur Anwendung der Berufsanerkennungsrichtlinie, um den verstärkten Ärzte- und Pflegemangel infolge der COVID-19-Krise zu bewältigen.

Der Personalnotstand in Gesundheitsberufen ist ein europaweites Problem. Daher reagiert die EU-Kommission zurecht mit Vorschlägen, die in allen Mitgliedsstaaten dazu beitragen sollen, die Verfahren für den Zugang zu Berufen im Gesundheitsbereich zu beschleunigen. So bringen die vorgesehenen Ausnahmegenehmigungen für die vorzeitige Verleihung von Abschlüssen ausländische Arbeitskräfte schneller in Anstellungen. Hilfreich ist auch die Möglichkeit, Drittstaatenangehörige trotz fehlender Mindestanforderungen in Berufen zu beschäftigen, für die geringe Anforderungen vorgeschrieben sind.

Selbst wenn die Leitlinien einen ersten Beitrag zur Abhilfe darstellen, kann das Problem aber nicht grundsätzlich über die Berufsanerkennungsrichtlinie gelöst werden. Die Anerkennungsbedingungen sind dabei nämlich nicht die eigentliche Ursache für den Fachkräftemangel im Gesundheitsbereich. Fachkräfte sind vielmehr eine knappe Ressource, um die es einen europäischen Wettbewerb gibt. Dem eigentlichen Problem des Fachkräftemangels – zusätzlich verstärkt durch die COVID-19-Krise – kann nur entgegengewirkt werden, wenn in die Ausbildung von Fachkräften investiert wird, oder alternativ diese verstärkt aus Drittstaaten angeworben werden.

Hintergrund

Allein im ersten Quartal 2020 gab es in Deutschland 185.658 offene Stellen im Gesundheits- und Sozialwesen, in anderen europäischen Ländern sieht die Lage ähnlich aus. Diese Situation wurde durch den Ausbruch von COVID-19 noch verschärft, da verstärkt Personal in Krankenhäusern und in der Pflege benötigt wurde. Die am 7. Mai 2020 veröffentlichen Leitlinien der EU-Kommission zur Berufsanerkennungsrichtlinie sollen den Mitgliedstaaten als „Richtschnur“ bei der Umsetzung der Berufsanerkennungsrichtlinie dienen, um den verstärkten Personenmangel durch die COVID-19-Krise zu bewältigen.

Zur Pressemitteilung geht es hier.

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