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cep | Faule Kredite: cep warnt vor EU-weiter Bad Bank

Das Centrum für Europäische Politik (cep) lehnt das Einrichten einer EU-weiten Bad Bank für notleidende Kredite (NPL) ab. „Es ist sachgerecht, dass die EU-Kommission keine EU-weite Bad Bank für faule Kredite anstrebt. Eine solche Bad Bank würde angesichts der sehr unterschiedlichen Ausgangslagen in den Mitgliedstaaten ein erhebliches Umverteilungsrisiko in sich tragen“, sagt Professor Lüder Gerken, Vorstandsvorsitzender der Freiburger Denkfabrik. 

Das cep hat die Entwicklung und den jeweiligen Anteil fauler Kredite in der Europäischen Union seit Beginn der Corona-Pandemie in einer Studie analysiert. Demnach ist der Anteil von NPL nach einem stetigen Rückgang seit 2016 (4,8 Prozent) im vergangenen Jahr im europäischen Durchschnitt erstmals wieder auf 2,6 Prozent gestiegen. Die Quote betrug 2020 in Griechenland 30 Prozent, in Zypern 15,2 Prozent, in Italien 5,1 Prozent, in Frankreich 2,2 Prozent und in Deutschland 1,1 Prozent. „Je nach Verlauf der Corona-Krise könnten die Kreditausfallrisiken sehr schnell anwachsen. Dass Wettbewerber oder Steuerzahler in anderen Mitgliedstaaten die daraus entstehenden Kosten tragen sollten, ist abzulehnen“, betont Gerken.

Die EU-Kommission will Banken dazu verpflichten, bestimmte „essenzielle Daten“ zu neuen NPL in einem standardisierten Verfahren offenzulegen. Zudem spricht sich die Kommission für eine Europäische Plattform („Data Hub“) für NPL-Daten aus. „Mit dieser europäischen Vernetzung können tatsächlich Vorteile verknüpft sein“, sagt cep-Vorstandschef Gerken. Er betont hingegen: „Beihilferegeln und Abwicklungsvorschriften für Banken dürfen nicht faktisch außer Kraft gesetzt werden, denn das würde es staatlichen Bad Banks erlauben, die Bestände fauler Kredite mit Steuermitteln abzubauen.“

cepAnalyse: Notleidende Kredite und Corona

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