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cep | Parallelhandel mit Arzneimitteln führt zu Problemen im EU-Binnenmarkt

Der Parallelhandel mit Arzneimitteln führt zu Problemen im EU-Binnenmarkt. Händler aus Mitgliedstaaten mit hohem Preisniveau kaufen Medikamente in Niedrigpreis-Mitgliedstaaten ein, um sie in ihrem Ursprungsland billiger zu verkaufen und dadurch Marktvorteile zu erzielen. Das Centrum für Europäische Politik (cep) hat diese Probleme untersucht und theoretische Lösungswege beschrieben.

„Parallelhandel führt zu Arzneimittelengpässen, intransparenter Preisgestaltung und Kalkulationsproblemen für Händler. Zudem erhöht er das Risiko gefälschter Medikamente und birgt damit gesundheitliche Gefahren“, warnt cep-Gesundheitsexpertin Nathalja Nolen, die die Studie mit cep-Ökonom Stephan Balling für die Freiburger Denkfabrik verfasst hat.

Laut cep ist der Parallelhandel innerhalb der EU unterschiedlich stark ausgeprägt. Demnach ist er in Frankreich und Italien nahezu vernachlässigbar, während in Deutschland 8,5 Prozent und in Dänemark 26,2 Prozent der Arzneimittel aus Parallelhandel stammen.

Die cep-Wissenschaftler halten die EU-Position für widersprüchlich und bescheinigen Brüssel einen Zielkonflikt. Einerseits wolle die EU den freien Verkehr von Arzneimitteln im Binnenmarkt fördern, andererseits allen EU-Bürgern den gleichen Zugang zu den Medikamenten ermöglichen.

Aus diesem Grund diskutiert das cep drei theoretische Optionen:

  1. Ausschluss von Arzneimitteln aus den Regeln des EU-Binnenmarktes
  2. Offene Umverteilung zwischen den nationalen Gesundheitssystemen durch einen Subventionsfonds
  3. Einheitliche Preisgestaltung der EU

„Keine dieser Optionen löst die Probleme, ohne andere Probleme zu verursachen“, sagt cep-Experte Balling. Gemeinsam mit seiner Kollegin Nolen plädiert er für eine politische Debatte darüber, welche Kompromisse eingegangen werden sollten.

cepInput: Parallelhandel von Arzneimitteln und damit verbundene Probleme in der EU

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