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cep | Generative KI: Europa hinkt US-Tech-Giganten hinterher

Berlin/Freiburg. Die Kommission prüft ein Fusionskontrollverfahren gegen Microsoft. Hintergrund ist die enge Zusammenarbeit des US-Tech-Konzerns mit OpenAI, dem weltweit führenden Unternehmen für generative Künstliche Intelligenz (KI). Das Centrum für Europäische Politik (cep) warnt vor der Dominanz, die US-Tech-Konzerne schon jetzt in der KI-Wertschöpfungskette besitzen, und fordert eine strenge wettbewerbsrechtliche Kontrolle.

„Die Kommission muss aktiv werden, um den Wettbewerb auf einem schnell wachsenden Markt zu sichern und Risiken durch generative KI zu minimieren“, warnt cep-Digitalexperte Anselm Küsters, der die Studie mit cep-Ökonom Matthias Kullas verfasst hat. Nach Ansicht der cep-Forscher hat die Kommission bereits viel Zeit verstreichen lassen. „Es wird schwer für andere Anbieter, denn die großen US-Tech-Konzerne sind auf vielen Stufen der Wertschöpfungskette für generative KI-Dienstleistungen stark vertreten“, erklärt Kullas.

Amazon und Microsoft besitzen eine dominante Stellung auf dem Markt für Cloud-Dienstleistungen, während Google seine eigene Chips-Produktion ausbaut. Die US-Tech-Konzerne hätten zudem einen privilegierten Zugang zu den führenden Modellen von OpenAI, Mistral oder Cohere und dem dazugehörigen Humankapital. Dies schafft nach Ansicht der Autoren Nachteile für andere Marktteilnehmer: So müssten Start-ups mit Tech-Giganten konkurrieren, die bereits entlang der Wertschöpfungskette vertikal integriert seien. Das ermögliche den Giganten, die neue Technologie in ihre Dienstleistungsangebote, etwa Suchmaschinen, einzubauen und somit von ihrer Marktmacht auf diesen nachgelagerten Märkten zu profitieren, so Küsters und Kullas. Neben stärkeren Investitionen in innovationsförderliche KI-Standortbedingungen in Europa bedürfe es daher ergänzend einer ganzheitlichen EU-Wettbewerbspolitik.

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