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cep | Vom Hof auf den Tisch – EU will Lebensmittel nachhaltiger machen

Mit ihrer „Vom Hof auf den Tisch“-Strategie will die EU-Kommission den Verbraucher in die Lage versetzen, sich einfacher für gesunde und nachhaltige Lebensmittel zu entscheiden.

Eine cepAnalyse des Centres for European Policy Networks hat die geplanten Maßnahmen mit Blick auf die Verbraucher analysiert.

Die EU-Kommission verfolgt mit ihrer Strategie ambitionierte Ziele. Laut Frans Timmermanns steht sie für ein „neues, harmonischeres Zusammenspiel von Natur, Lebensmittelerzeugung und biologischer Vielfalt.“ Ein gesundes Lebensmittelumfeld soll es den Verbrauchern ermöglichen, sich leichter für nachhaltige und gesunde Produkte entscheiden zu können, und dadurch ihre Lebensqualität zu erhöhen.

Die Verfasser der cepAnalyse sind der Ansicht, dass die Strategie vielversprechende Ansätze enthält, merken aber gleichzeitig an:

Victor Warhem (Centre de Politique Européenne PARIS): „Die Strategie umfasst mehrere Vorschläge, die ein “Lebensmittelumfeld“ herstellen sollen, welches den Verbrauchern “aufgeklärtere“ Entscheidungen beim Lebensmitteleinkauf ermöglicht. Dennoch darf die EU-Kommission die Souveränität der Verbraucher bei der Verfolgung ihrer Nachhaltigkeitsziele nicht einschränken. Daher muss ein Gleichgewicht zwischen Anforderungen und Anreizen gefunden werden“.

Andrea De Petris (Centro Politiche Europee ROMA): „Die EU-Kommission hat sich ein lohnendes Ziel gesetzt. Bei der Harmonisierung des Kennzeichnungssystems von Lebensmitteln gilt es jedoch, einen zentralen Punkt zu beachten: Die Bewertungskriterien müssen mit Rücksicht auf die vielen lokalen Lebensmittelspezialitäten erstellt werden, da diese herausragende Beispiele der europäischen Lebensmittel- und Kulturtradition darstellen, die unbedingt bewahrt werden sollten“.

Patrick Stockebrandt (Centrum für Europäische Politik FREIBURG | BERLIN): „Jede obligatorische Nährwertkennzeichnung auf der Vorderseite der Verpackung muss mit dem geltenden EU-Lebensmittelrecht in Einklang gebracht werden. Außerdem sollten die Bedingungen für eine solche EU-weite Kennzeichnung auf EU-Ebene festgelegt werden, so dass alle Mitgliedstaaten an ihrer Verwaltung mitwirken können, insbesondere hinsichtlich der Berechnungsmethode für die Bewertung der ernährungsphysiologischen Eigenschaften.“

Von zentraler Bedeutung für das Gelingen der Strategie wird sein, ob die EU-Kommission Mittel und Wege findet, um Lebensmittelverschwendung in privaten Haushalten zu verringern, da dort der größte Teil der ungenutzt weggeworfenen Lebensmittel anfällt und hier entsprechend die größten Effekte erzielt werden können. Um das zu erreichen, sollte die EU ihre Maßnahmen aber nicht nur auf die Menge der weggeworfenen Lebensmittel stützen, sondern auf einen kosteneffizienten Ansatz setzen.

Den Bericht finden Sie auf der Webseite des Centrums für Europäische Politik.

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