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Europäische Wertegemeinschaft, Europakommunikation

Chancen deutsch-italienischer Zusammenarbeit stärker nutzen | EBD Public Diplomacy Exklusiv Italien

Um den europapolitischen Austausch der gesellschaftlichen Kräfte in Deutschland und Italien zu stärken, veranstaltete die Europäische Bewegung Deutschland (EBD) am 7. Mai ein digitales Hintergrundgespräch im Rahmen der neuen Reihe EBD Public Diplomacy Exklusiv. Zusammen mit der Europäischen Bewegung Italien (MEI), Vertreterinnen und Vertretern von EBD-Mitgliedsorganisationen in Italien und dem deutschen Botschafter in Rom, Viktor Elbling, fand ein Austausch über Möglichkeiten einer zukünftig engeren Zusammenarbeit statt. Dabei ging es zum einen um Gemeinsamkeiten der beiden Länder, aber auch um die Bekämpfung von Vorurteilen, die in vielen Köpfen nach wie vor verhaftet sind. Auch die beiden Vorsitzenden der Europäischen Bewegungen in Italien und Deutschland, Pier Virgilio Dastoli und Dr. Linn Selle, nahmen an der Veranstaltung teil, die von EBD-Generalsekretär Bernd Hüttemann moderiert wurde.

Die Gemeinsamkeiten von Deutschland und Italien sind nicht von der Hand zu weisen: Beide Länder haben ein dezentral organisiertes Gemeinwesen und sind durch eine starke Industrie von kleinen und mittleren Unternehmen gekennzeichnet. Nicht zuletzt sind beide Gründungsmitglieder der EU. In ihrem Impuls verwies EBD-Präsidentin Selle auf die dennoch bestehenden Defizite in der gegenseitigen Wahrnehmung und bedauerte, dass der Blick in Deutschland auf Italien, insbesondere auf den Süden des Landes, nach wie vor von vielen Vorurteilen geprägt sei. Um dem entgegenzuwirken und dadurch die europäische Demokratie zu stärken, setzt sich die EBD dafür ein, den Austausch durch eine bessere gesellschaftliche Vernetzung und eine gesellschaftlich breit verankerte europapolitische Debatte zu fördern. Selle plädierte dafür, dass Deutschland die Chancen deutsch-italienischer Zusammenarbeit erkennen und stärker nutzen müsse. Gerade im Süden herrsche ein großes Wachstumspotenzial, insbesondere im Bereich Nachhaltigkeit.

Wie beim Hintergrundgespräch deutlich wurde, scheint die Situation für eine verstärkte Annäherung zwischen Deutschland, Europa und Italien aktuell wieder günstiger, nachdem Italiens Blick in Richtung Deutschland in den letzten 10 bis 15 Jahren sehr kritisch gewesen sei. Das liegt vor allem daran, dass der seit Februar 2021 amtierende italienische Ministerpräsident und ehemalige EZB-Präsident Mario Draghi für eine noch ausgeprägtere europafreundliche Ausrichtung Italiens und den glaubwürdigen Wunsch, in Italien zu investieren und Reformvorhaben durchzusetzen, steht.

Die Teilnehmenden des EBD Public Diplomacy Exklusiv verständigten sich auf Schwerpunkte für die künftige politische Zusammenarbeit. Darunter die Themen Gesundheitsunion, Sicherheitspolitik sowie Nachhaltigkeit und Klimapolitik. Es bestand Einigkeit darüber, dass eine Begegnung auf Augenhöhe besonders wichtig sei. Dafür sollen vor allem die Kommunen enger zusammengebracht werden. Zudem wurde das Ziel formuliert, mehr in direkte Kontakte zu investieren, vor allem auf parlamentarischer Ebene, und dabei auch die Beziehungen zu italienischen Parteien und Think Tanks zu fördern. Um die italienische Sichtweise verstärkt zu beleuchten, sollen in Zukunft Treffen mit Vertreterinnen und Vertretern italienischer Organisationen vereinbart werden.

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