Aktuelles > Europa-Ehrenamt als Geschenk für die Gesellschaft | Katharina Wolf erhält den Preis Frauen Europas

Artikel Details:

Europäische Wertegemeinschaft

Europa-Ehrenamt als Geschenk für die Gesellschaft | Katharina Wolf erhält den Preis Frauen Europas

Am 08. Mai verlieh die Europäische Bewegung Deutschland (EBD) der Juristin und Gründerin der Europa-Union Sachsen e.V. Katharina Wolf den Preis Frauen Europas. Die Auszeichnung erhielt sie für ihr Engagement für Europa im Raum Sachsen. Für ihre Arbeit für die europäische Idee, auf schwieriger Bühne für die Europapolitik, wurde sie im Europäischen Haus mit der blau-goldenen Brosche des Netzwerks geehrt. Nominiert wurde sie von den Verbänden EUD, DAB und djb.

Das Grußwort der Veranstaltung sprach Richard Kühnel, Vertreter der Europäischen Kommission in Deutschland, der auch Gastgeber des Festaktes war. Er lobte das Netzwerk und die diesjährige Preisträgerin für die Aufgaben, die sie als Botschafterinnen Europas einnehmen und die besonders heute dringend gebraucht werden. Die Werte aus den Verträgen müssen schließlich ihren Weg in den Alltag finden, das passiere durch das gesellschaftliche Engagement Einzelner, so Kühnel. Einen solchen gesellschaftlichen Auftrag ganz wichtiger Art nehme Katharina Wolf – trotz Gegenwind – wahr und lasse sich in ihrer Funktion bei der Europa-Union Sachsen nicht kleinkriegen.

„Erst vier Frauen haben den Europäischen Karlspreis erhalten. Es gibt bürgerschaftliches Engagement von Frauen, und der Preis Frauen Europas bietet ihnen eine Bühne.“ Mit diesen Worten hob EBD-Präsidentin Dr. Linn Selle die Notwendigkeit des „Preis Frauen Europas“ hervor:  Schließlich machen genau die kleinen Initiativen und Projekte Europa vielfältig und spannend. Linn Selle war auch persönlich über die Auszeichnung Katharina Wolfs erfreut: „Wir kommen ja beide aus der gleichen europäischen Ursuppe“, so die Präsidentin.

Die offizielle Laudatio auf die Preisträgerin hielt Prof. Dr. Eva Heidbreder, Professorin für Politikwissenschaften an der Otto-von-Guericke-Universität Magdeburg. Sie bezeichnete Katharina Wolf ausdrücklich nicht als Grenzgängerin. Schließlich mache die Juristin Europapolitik dort, wo sie stattfinde, und kläre Missstände vor Ort auf. Dabei ginge es nicht darum, Grenzen zu überwinden, sondern gemeinsame Räume zu gestalten: „Katharina ist die wandelnde Antwort auf meine Forschungsfrage: Wie kommt Europa zu den Bürgerinnen und Bürgern?“ Dabei dürfe man nicht vergessen, dass ehrenamtliches Engagement nie selbstverständlich sei und immer mit Entscheidungen und Verzicht auf etwas anderes einhergehe. Ehrenamt könne man deshalb nicht genug würdigen.

Ehrvolle Worte kamen auch von der Vorsitzenden des Netzwerks Preis Frauen Europas, Gudrun Schmidt-Kärner, für die diesjährige Preisträgerin. Mit einem Zitat von Kurt Tucholsky lobte sie die Arbeit Wolfs: „Wir wohnen nicht mehr in einzelnen Festungen des Mittelalters, wir wohnen in einem Haus. Dieses Haus heißt Europa. Wollen wir dieses Haus schützen und bewahren, brauchen wir Menschen wie dich.“

Dann sprach die Preisträgerin selbst. Parteipolitik sei nicht das Wichtigste in einer Demokratie, wichtiger sei die Mitgestaltung des demokratischen Gemeinwesens. Die Europa-Union biete Bürgerinnen und Bürgern die Möglichkeit, sich politisch zu engagieren, ohne sich von den Parteien vereinnahmen zu lassen. Dass sie nun für ihr Engagement so im Mittelpunkt stünde, sei eine neue Situation für sie. Vor allem Dankbarkeit und Freude empfand Katharina Wolf an dem Abend. Denn das ehrenamtliche Engagement sei etwas Höchstpersönliches, mit der einer Gesellschaft etwas geschenkt werden solle.

Auch über eine bedeutsame Kindheitserinnerung sprach Wolf, bei der ihr Vater, ein Hobby-Historiker mit einem Faible für die griechische Antike, der noch jungen Katharina die Geschichte des Mythos Europa erzählte. Zeus verwandelte sich in einen Stier und entführte die Prinzessin Europa aus Liebe auf eine Insel. „Als Feministin kann ich Gewalt gegen Frauen natürlich nichts abgewinnen“, sagte Katharina Wolf dazu ein wenig scherzend. Denn eigentlich hatte sie schon ganz jung verstanden, dass es bei dem antiken Märchen um was ganz anderes ging: um die Gegenüberstellung einer neuen und alten Welt, von Ost und West, der Dualität von Mann und Frau. All dies habe Katharina Wolf geprägt – vor allem aber sei sie durch Europa geworden, wer sie heute ist.

Ganz im Sinne der vielseitigen Bekenntnisse zu Europa ging der gesamte Saal im Europäischen Haus nach Katharina Wolfs Rede in Gesang auf. Im Gleichklang stimmten Besucherinnen und Besucher und die Vertreterinnen des Netzwerks die Europa-Hymne an, um die Frau Europas 2019 gebührend zu feiern.

Erste Bilder der Preisverleihung gibt es auf der Facebook-Seite der EBD. Die Pressemitteilung ist hier zu finden.