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DB | Digitale Infrastruktur: Engpässe hemmen Europa

Der Ausbau der digitalen Infrastruktur in der EU erfolgte in den letzten Jahren weniger schnell und umfangreich als politisch angestrebt. So dürfte die EU das Ziel verfehlen, bis 2020 alle EU-Bürger mit Breitbandanschlüssen über 30 Megabit pro Sekunde zu versorgen. 2017 verfügten erst 79% aller Haushalte über einen solchen Anschluss (2013 waren es 55,8%). Auch Deutschland hat in der Vergangenheit seine Breitbandziele regelmäßig verfehlt.
Für den unzureichenden Infrastrukturausbau gibt es wirtschaftliche und politisch-regulatorische Gründe. Zu nennen sind u.a. die Fokussierung auf kupferbasierte Technologien statt eines verstärkten Ausbaus von leistungsfähigeren Glasfasernetzen oder mangelnder Wettbewerb. Ferner haben (staatliche) Finanzierungsengpässe gerade in ländlichen Regionen, aber auch die geringe Nachfrage nach schnellen Internetanschlüssen den Ausbau verzögert. Eine unzureichende digitale Infrastruktur schmälert die Erfolgsaussichten hiesiger Unternehmen beim Erschließen und Entwickeln digitaler Märkte und Anwendungen. Dies gilt vor allem gegenüber der US-Konkurrenz, aber zunehmend auch gegenüber chinesischen Wettbewerbern. Europäische Unternehmen könnten dort angegriffen, überholt oder verdrängt werden, wo sie heute gut positioniert sind (Robotik und Automation, Industrie 4.0, vernetzte Mobilität usw.).
Den Volltext des EU-Monitors finden Sie hier.