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Deutsche Bank: Europäische Staatsschuldenkrise verursacht technische Rezession in Deutschland

Hohe Unsicherheit über die Entwicklung der europäischen Staatsschuldenkrise sowie die zunehmend greifende fiskalische Konsolidierung in der gesamten Eurozone belasten die deutsche Konjunktur in 2012.

Diese Faktoren bremsen den Export, drücken aber auch die Investitionsbereitschaft. Moderate Impulse sollten hingegen vom privaten Konsum kommen. Trotzdem dürfte Deutschland im ersten Halbjahr in eine (technische) Rezession schliddern. Fortschritte bei der Bewältigung der Krise könnten die deutsche Konjunktur – vor allem den Außenhandel – dann im zweiten Halbjahr etwas beleben. Insgesamt dürfte das BIP 2012 stagnieren.
Die deutsche Konjunktur steht 2012 ganz im Zeichen der europäischen Staatsschuldenkrise. Zwar hat Deutschland im Vergleich zu vielen Industriestaaten relativ gesunde Staatsfinanzen und dank der moderaten Immobilienpreisentwicklung der letzten Jahre haben sich die privaten Hausnichthalte auch  zu einer exzessiven Kreditaufnahme hinreißen lassen, somit gibt es auch hier keinen Konsolidierungsdruck. Allerdings wird Deutschlands starke Exportabhängigkeit – ein großer Vorteil während des globalen Aufschwungs von 2009/10 – im laufenden Jahr wieder zur Achillesferse. Selbst nach Abzug der importierten Halbfertigprodukte trägt der deutsche Export mehr als ein Viertel zum BIP bei. Zudem gehen 60% der deutschen Waren- und Dienstleistungsexporte in die übrigen EU-Mitgliedstaaten und 40% in die EWU-Länder. Daher werden die harten Konsolidierungsprogramme, die viele Euro-Länder aufgelegt haben den deutschen Export im ersten Halbjahr 2012 merklich bremsen. Die Nachfrage aus den Schwellenländern dürfte aufgrund des abflauenden Welthandels wenig Kompensation bieten. Das deutsche Exportwachstum dürfte somit in 2012 auf 1 ¾% sinken, während die Importe um 3% zulegen könnten. Der Außenbeitrag dürfte 2012 so knapp ½% BIP-Wachstum kosten, nachdem er 2011 noch fast 1%-Punkt zum Wachstum beitrug.
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