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Beschäftigung, Sozialpolitik, Gesundheit & Verbraucherschutz, Justiz & Inneres, Partizipation & Zivilgesellschaft, Wettbewerbsfähigkeit

dbb | Präsident Ulrich Silberbach zur Covid-19 – Pandemie

„Die Regierungen und die EU-Institutionen sind nun gefordert, dafür Sorge zu tragen, dass unsere europäische Wirtschaft und das Finanzsystem den Stillstand überstehen. Viele Beschäftigte fürchten um ihre Arbeitsplätze, Selbständige um ihre Existenz. Deshalb sind jetzt unorthodoxe Hilfsmaßnahmen der öffentlichen Hand gefragt.

Ich erwarte, dass die EU-Staaten sich bei allem, was zu tun ist, besser abstimmen. Ob es um Material für die Krankenhäuser geht, um die Schließung von Geschäften, von Schulen und Kindertagesstätten oder um Grenzkontrollen: etwas mehr Koordinierung innerhalb der EU darf es schon sein. Nationale Alleingänge und unsolidarisches Verhalten werden die Krise nur verschärfen.

Die Bediensteten des öffentlichen Diensts stehen bei allem, was in dieser schweren Zeit unternommen wird, an vorderster Front. Und sie geben wirklich alles. Die Krankenschwestern und -pfleger, Ärztinnen und Ärzte, besonders auch in den Gesundheitsämtern, die Polizei- und Ordnungsbeamtinnen und -beamten, Erzieherinnen und Erzieher, die die Notbetreuung aufrechterhalten, die Lehrerinnen und Lehrer, die ein Mindestmaß an Unterricht unter widrigen Umständen digital organisieren und so viele öffentlich Bedienstete in den verschiedensten Bereichen mehr.

Ausdrücklich einbeziehen, auch wenn sie nicht Staatsbedienstete sind, möchte ich die Mitarbeitenden in den Supermärkten und Drogerien, in Transport und Logistik. Ganz viele Menschen tragen jetzt entscheidend dazu bei, dass die Versorgung mit lebenswichtigen Dingen funktioniert. Sie sichern das Überleben unserer Gesellschaft.

Öffentlicher Dienst und kritische Infrastruktur und viele Frauen und Männer, auf die es immer ankommt. Nun aber werden sie endlich sichtbar. Sie alle sind die Heldinnen und Helden im Kampf gegen das Virus, sie sind das Rückgrat unserer Gesellschaft, auch zu normalen Zeiten.

Die Kolleginnen und Kollegen helfen, auch wenn sie sich selbst oftmals nicht optimal schützen können. Dass es überall in Europa in elementaren Bereichen der öffentlichen Daseinsvorsorge an vielem Notwendigen fehlt, ist ein Skandal, der nach der Krise aufzuarbeiten sein wird.

SARS-CoV-2 macht deutlich, wohin die Ideologie des schlanken Staates führen kann, wie sehr die öffentliche Infrastruktur ökonomisiert und in Teilen auch kaputtgespart worden ist. Sie zeigt, dass im Fall der Fälle alles von der Funktionsfähigkeit des öffentlichen Dienstes abhängt, ohne dessen kontinuierliche Leistung auch keine öffentliche Moral aufrechtzuerhalten ist, auf die es jetzt so sehr ankommt. Der Mensch muss im Mittelpunkt stehen, heute, aber auch morgen, nach der Krise.

Wir werden diese Bewährungsprobe bestehen, wenn wir als Bürgerschaft zusammenhalten und besonders denjenigen, die jetzt im Kampf gegen den unsichtbaren Feind an vorderster Front stehen, alle erdenkliche Unterstützung zukommen lassen. Und wir unabhängigen Gewerkschaften, wir als gewerkschaftliche Spitzenorganisation für den öffentlichen Dienst in Deutschland werden dafür Sorge tragen, dass die Gesellschaft nach der Krise nicht einfach wieder zur Tagesordnung übergeht.“

Die Pressemitteilung finden Sie auch auf der Website des dbb.

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