Aktuelles > DBJR | Eine Milliarde Euro klingt gut, schafft aber keine europäische Jugendgarantie

Artikel Details:

Beschäftigung, Sozialpolitik, Gesundheit und Verbraucherschutz, Bildung, Jugend, Kultur und Sport

DBJR | Eine Milliarde Euro klingt gut, schafft aber keine europäische Jugendgarantie

Zur Entscheidung der Europäischen Kommission, eine Milliarde Euro für Projekte der Jugendbeschäftigungsinitiative auszugeben, erklärt die stellvertretende Vorsitzende des Deutschen Bundesjugendrings Julia Böhnke am Rande der DBJR-Vorstandssitzung in Brüssel:

„Eine Milliarde Euro für den Kampf gegen Jugendarbeitslosigkeit in Europa klingt gut. Der Kern des Problems ist aber ein anderer: Die Jugendarbeitslosigkeit in den meisten europäischen Ländern entsteht nicht durch mangelhaft ausgebildete Jugendlichen. Im Gegenteil: diese Generation ist so gut qualifiziert wie noch keine vor ihr. Sie braucht regulär bezahlte und qualitativ gute Arbeitsplätze. Deswegen müssen Arbeitgeber, Industrie und Wirtschaft in der Pflicht genommen werden. Und repräsentative Jugendvertreter_innen sollten an den Beratungen und Entscheidungen zur Jugendarbeitslosigkeit und Jugendgarantie in Europa beteiligt werden, weil sie die Bedarfe junger Menschen einbringen.“

Hintergrund:

Der DBJR forderte Ende 2013 bereits mehr Engagement der Europäischen Institutionen und Staaten zur Bekämpfung der Jugendarbeitslosigkeit. Die seinerzeit bereitgestellten Mittel für eine Jugendgarantie konnten nicht ausreichen. Die Position ist hier zu finden.
Die Europäische Kommission hat am 22. Mai beschlossen, eine Milliarde Euro für Projekte der Jugendbeschäftigungsinitiative bereitzustellen. Dadurch wird die Finanzierung, die Mitgliedstaaten zur Förderung der Beschäftigung von jungen Menschen erhalten können, um das bis zu 30-Fache erhöht. Sozialkommissarin Marianne Thyssen bezeichnete dies als beispiellos. Laut Thyssen kann diese Entscheidung sie zu 650.000 jungen Menschen helfen, einen Arbeitsplatz oder eine Lehrstelle, ein Praktikum oder eine Weiterbildung zu finden. Unterm Strich bleiben dennoch mehr als sieben Millionen arbeitslose Menschen unter 25 Jahren in Europa.
Die Kommission will mit ihrer Entscheidung erreichen, dass die Jugendgarantie, zu der sich alle europäischen Staaten verpflichtet haben, schneller umgesetzt werden kann.

keine Kommentare

Ihre Email-Adresse wird nicht veröffentlicht.
Abbrechen