Aktuelles > DBJR | Grenzenlos in Europa bewegen

Artikel Details:

EU-Erweiterung, Außen- und Sicherheitspolitik, Europäische Wertegemeinschaft

DBJR | Grenzenlos in Europa bewegen

Tobias KoeckDie Reaktion vieler europäischer Staaten auf ankommende Flüchtlinge ist, ihre Grenzen zu schließen. Mit dem Schengen-Abkommen hatte Europa diese Grenzen bereits hinter sich gelassen. DBJR-Vorstandsmitglied Tobias Köck kommentiert: „Für junge Menschen ist es zentral, sich grenzenlos in Europa bewegen und begegnen zu können. Das ist Teil ihres Lebens. Das Schengen-Abkommen sichert diese Freiheit, das darf auf keinen Fall eingeschränkt werden.“

Europa braucht dringend andere Antworten auf die aktuelle Situation als Grenzzäune und strenge Kontrollen. In unserer Position „Developing Europe“ haben wir festgestellt: Ausgehend von dem Streben nach Freiheit, das die Menschen in Europa bis heute prägt und antreibt, gehen Jugendliche heute alltäglich über Staatsgrenzen hinweg. Sie wachsen schon im Wohnumfeld, im Kindergarten, in Schule, Ausbildung, Studium und Beruf grenzüberschreitend und wie selbstverständlich neben vielen unterschiedlich kulturell geprägten Gleichaltrigen auf. In der Lebenswirklichkeit Jugendlicher in Europa erschließt sich ein rein wirtschaftlicher Zusammenhang in Europa nicht. Sie streben nach mehr inhaltlichem und freundschaftlichen Austausch und partnerschaftlicher Zusammenarbeit.

In der gleichen Position haben wir eine klare Forderung: Die Freizügigkeit in Europa ist ein hohes Gut und darf nicht durch kurzfristige und kurzsichtige Maßnahmen einzelner Nationalstaaten eingeschränkt werden. Es gilt, den Geltungsbereich des Schengener Besitzstandes stetig auf alle EU-Mitgliedsländer zu erweitern und verbindlich einzuhalten. Bezüglich der EU-Außengrenzen ist die Regelung des Dublin II-Abkommens, dass jenes Land, in dem Flüchtlinge über die Grenzen kommen, für die Behandlung von Asylanträgen (sogenannte „Erstland-Regel“) zuständig ist, abzuschaffen. Kosten und Verantwortung sind von allen Mitgliedsstaaten gemeinsam zu tragen. Die Drittstaatenregelungen bei politisch verfolgten Asylbewerber_innen sind weder im nationalen noch im europäischen Kontext akzeptabel. Wir fordern deshalb eine offenere, einheitliche und menschenwürdigere europäische Flüchtlings-, Asyl- und Migrationspolitik.

 

EBD Telegramm Schengen DDas EBD Telegramm zur EBD-Politik „Personenfreizügigkeit als Voraussetzung für eine offene Gesellschaft“ gibt einen Überblick über die Positionen der Mitgliedsorganisationen in Deutschlands größtem Netzwerk für Europa. Das Telegramm können Sie unter diesem link finden.

keine Kommentare

Ihre Email-Adresse wird nicht veröffentlicht.
Abbrechen