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Landwirtschaft und Fischerei, Wirtschaft und Finanzen

„Agrarhandel zwischen der EU und den USA bisher relativ gering“

„Wir wollen die Chancen im Agrarhandel mit den USA nutzen, aber auch unsere gesellschaftlichen Ansprüche an die Lebensmittelerzeugung, also unsere Standards, schützen. Im Vergleich zur Größe der Absatzmärkte fällt der Agrarhandel zwischen Deutschland und den USA bisher noch relativ gering aus“, schätzte Udo Hemmerling, stellvertretender Generalsekretär des Deutschen Bauernverbandes (DBV) die Ausgangslage in den bilateralen Handelsverhandlungen ein.

Bei einer Anhörung des Agrarausschusses des Deutschen Bundestages zur Transatlantischen Freihandels- und Investitionspartnerschaft (TTIP) machte Hemmerling deutlich, dass neben den notwendigen Standards im Verbraucher- und Umweltschutz auch der „Produzentenschutz“ beachtet werden müsse. „Tierschutz- und Umweltauflagen sind in Nordamerika nicht so kostenaufwändig wie in der EU und führen somit zu Wettbewerbsnachteilen der hiesigen Produzenten“, betonte Hemmerling. Der DBV fordere daher von der EU-Kommission, insbesondere die Sektoren „Rind-, Geflügel- und Schweinefleisch sowie Zucker“ als sensibel zu definieren, so dass hier der Handel durch die Gewährung von Zollkontingenten weiter so geregelt bleibe, dass keine Marktverwerfungen eintreten.

Neben diesen Risiken sieht der Bauernverband aber auch Chancen für den Export von hochwertigen, verarbeiteten landwirtschaftlichen Erzeugnissen. Hierzu zählten aus deutscher Sicht vor allem Milcherzeugnisse, Wurstwaren, Süßwaren und Getränke. Nach Einschätzung des Deutschen Bauernverbandes kann das Handelsabkommen „CETA“ zwischen der EU und Kanada durchaus als Vorbild dienen, wenn es um die Absicherung der EU-Standards geht. So habe Kanada im CETA-Abkommen sowohl die europäische Gesetzgebung für gentechnisch veränderte Pflanzen als auch das europäische Verbot des Einsatzes von Hormonen und Wachstumsförderern in der Tierproduktion akzeptiert. Zudem habe Kanada den Schutz von geografischen Herkunftsbezeichnungen der EU anerkannt.

Im Jahr 2013 hat Deutschland aus den USA Agrargüter und Lebensmittel in Höhe von ca. 2,26 Milliarden Euro importiert. Bei den Agrarimporten aus Drittländern liegen die USA damit auf Platz zwei hinter Brasilien und vor China. Deutschland importiert aus den USA vor allem Eiweißfuttermittel, Nüsse und alkoholische Getränke. Die Agrarexporte beliefen sich auf etwa 1,6 Milliarden Euro. Die USA sind damit der zweitwichtigste Drittlandsmarkt für deutsche Agrarexporte hinter Russland und vor der Schweiz. Wichtigste Export-Produkte sind alkoholische Getränke, Kaffee, Backwaren, Milchprodukte und lebende Tiere.

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