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Landwirtschaft und Fischerei, Wettbewerbsfähigkeit

DBV: EU muss Wettbewerbsfähigkeit der Forstwirtschaft stärker fördern

Die Brüsseler Vorschläge zur künftigen Förderung der Forstwirt­schaft in Europa würden zwar in die richtige Richtung gehen. Besonders im Hinblick auf eine wettbe­werbsfähige, multifunktionale und nachhaltige Waldbewirt­schaf­tung bestehe allerdings noch erheblicher Nachbesserungsbedarf, so die gemeinsame Position der Arbeitsgemein­schaft Deutscher Waldbesitzerverbände (AGDW), des Deutschen Forstwirtschaftsrates (DFWR) und des Deutschen Bauernverbandes (DBV).

In einer gemeinsamen Stellungnahme zum Kommissionsvorschlag zur ELER-Förderung 2014-2020 fordern die drei Verbände den EU-Ministerrat und das Europäische Parlament auf, die Wettbewerbsfähigkeit der Forstwirtschaft stär­ker in den Vordergrund der Förderaktivitäten zu stellen.
 
„Es ist ein wichtiges Signal, dass wir jetzt gegenüber der EU-Kommission eine gemeinsame und einheitliche Position konsequent vertreten“, erklärte AGDW-Präsident Philipp zu Guttenberg. Mit DBV-Präsident Gerd Sonnleitner und DFWR-Präsident Georg Schirmbeck sei er sich einig, dass die Förde­rung privater und kommunaler Waldbesitzer sowie ihrer Zusammenschlüsse besondere Berücksichtigung finden müsse.
 
Zur Stärkung wettbewerbsfähiger Strukturen in der Forstwirtschaft fordern AGDW, DFWR und DBV in ihrer Stellungnahme eine angemessene Förderung über­betrieblicher Zusammenarbeit im Rah­men forstwirt­schaftlicher Zusammen­schlüsse. Ausdrücklich begrüßt wird die Integration des Forstbereichs in Maßnahmen zum Wissens- und Innovations­transfers sowie zur Bera­tungsförderung. Bei den von der Kommission vorgeschlagenen Maßnahmen zur Förde­rung von Europäischen Inno­va­tionspartner­schaften dürfe der Forstbereich jedoch nicht außen vor bleiben. Hier gebe es große Innovationspotenziale im Bereich von moderner Kommunikation, Technologie und im Logistikbereich. Gefordert wird außerdem eine hinreichende Unterstützung des forstlichen Risikomanagements sowie des forstlichen Wegebaus und seiner Unterhaltung und Pflege. „Aktive Forstförderung ist ein essentieller Beitrag zur Stützung der ländlichen Räume und zur  Sicherung der Allgemeinwohlleistungen durch unsere Waldbesitzer“, so die Präsidenten Philipp zu Guttenberg, Gerd Sonnleitner und Georg Schirmbeck.
 
Ablehnend stehen die drei Verbände den Kommissi­ons­­vorschlä­gen zur Einführung von bürokratieaufwändigen Waldbewirtschaftungsplänen gegen­über. Die damit beabsichtigte nach­haltige und ordnungsgemäße Bewirtschaftung des Wal­des sei bereits über die Bundes- und Landeswaldgesetze hinreichend gesichert und darüber hinaus seit nunmehr fast 300 Jahren in Deutschland geübte Praxis. Weniger Bürokratie und mehr Flexibilität fordern die Verbände bei den Umwelt- und Klimamaß­nahmen. Im Übrigen sei in schwierig zu bewirtschaftenden Waldgebieten (z.B. Berggebieten, Steillagen) die Möglichkeit eines Bewirtschaftungsausgleichs mit in die Fördergrundsätze aufzu­nehmen.

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