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  • 26.03.2012 - 13:06 GMT
  • DBV
Landwirtschaft und Fischerei

DBV: „Gemeinsame Agrarpolitik geht alle an“

Unter diesem Nenner haben EU-Agrarkommissar Dacian Ciolos, der Präsident des EWSA, Staffan Nilsson, und der Präsident des DBV und des COPA, Gerd Sonnleitner, die Geschichte und die zukünftigen Herausforderungen der Gemeinsamen Agrarpolitik beschrieben.

Aus Anlass des 50-jährigen Bestehens der Gemeinsamen Agrarpolitik hatte der EWSA einen zweitägigen Kongress in Brüssel mit zahlreichen Politikern, Wissenschaftlern und Vertretern der organisierten Zivilgesellschaft veranstaltet. Agrarkommissar Ciolos kündigte dabei an, er werde im Juli zu einer Konferenz einladen, um die Zwischenbilanz zu den Vorschlägen zur Agrarpolitik nach 2013 „zu diesem guten Zeitpunkt“ speziell mit der Zivilgesellschaft zu diskutieren.
Nachdrücklich verwies Bauernpräsident Sonnleitner darauf, dass Landwirtschaft „ein langfristiges Geschäft“ sei. Die Europäische Union müsse bei einer weltweit steigenden Nachfrage nach Lebensmitteln und begrenzten Ressourcen Verantwortung übernehmen. Allerdings sei es nicht ihre Aufgabe, so Sonnleitner, „die Märkte zu dominieren oder die ganze Welt zu ernähren“. Ein kardinales Anliegen müsse es aber sein, in der EU der Landwirtschaft und dem gesamten Agrarsektor beherzt die Möglichkeiten „zu grünem Wachstum zu nutzen“. Eine gute Verankerung der Landwirtschaft in der Gesellschaft sei und bleibe ein wichtiges Anliegen.
Sonnleitner erläuterte, dass die Landwirte hoch motiviert seien, ihren Lebensunterhalt über den Markt zu erwirtschaften. Direktbeihilfen blieben auch künftig elementar für die Honorierung der gesellschaftlichen Leistungen der Landwirtschaft, für höhere Standards und damit auch zur Stabilisierung der Einkommen. Sie dürften aber nicht ein Freibrief für weiter sinkende Agrarpreise und eine ausbeuterische Vorrangstellung und Dominanz einiger Handelskonzerne sein. Präsident Sonnleitner verwies auf eine jüngst von COPA und Cogeca erstellte Liste von Maßnahmen für grünes Wachstum, deren Bandbreite von einer höheren Kohlenstoffbindung bis zur Bioenergie geht. Vertreter der Junglandwirte betonten bei dem Kongress des EWSA zudem, dass sie „Nachhaltigkeit“ in Zukunft so verstünden, dass die Landwirte die Effizienz im  Einsatz von Betriebsmitteln deutlich verbessern, sei es bei Düngemitteln, Tierfutter und Energie. Das hierfür erforderliche Zusammenspiel von Wissenschaft und Beratung mit der praktischen Landwirtschaft sei eine große Herausforderung.

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