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  • 13.10.2009 - 14:18 GMT
  • DBV
Landwirtschaft und Fischerei

DBV: Lage am Milchmarkt festigt sich

Positive Marktentwicklung muss sich in Erzeugerpreisen widerspiegeln

Am Weltmilchmarkt stehen die Zeichen wieder auf Aufschwung. Ein Indikator dafür sind die international gestiegenen Preise für Milchpulver und Butter, erklärte der Deutsche Bauernverband (DBV). So hat die neuseeländische Molkerei Fonterra bei ihrer jüngsten Internetauktion durch die wieder gestiegene Nachfrage nach Milchprodukten am Weltmarkt die Preise für Vollmilchpulver zum dritten Mal in Folge deutlich nach oben anheben können. Auch der deutsche Milchmarkt profitiert von dieser positiven Entwicklung. Seit Juni ziehen die Preise für Versandmilch am Spotmarkt deutlich an. Aktuell liegen sie zwischen 26 und 30 Cent pro Kilogramm. Nach Einschätzung des DBV haben die Milcherzeugerpreise das Potenzial, dieses Niveau in den nächsten zwei bis drei Monaten ebenfalls zu erreichen. Angesichts der festen Entwicklungen am Milchmarkt müssen deutliche Preiserhöhungen in den jetzt anstehenden Preisverhandlungen für Trinkmilch durchgesetzt werden, forderte der DBV die Molkereien auf.
Zur Marktbelebung trage auch die rückläufige Milchanlieferung in Deutschland und der EU bei. Dass das Angebot an Butter knapp sei, zeigt der Anstieg der Preise, die im Oktober um ca. 20 Prozent gestiegen sind. Auch der Käsemarkt sei von einer regen Nachfrage und einem knappen Angebot gekennzeichnet. Erfreulich sei, dass der Export in Drittländer und Südeuropa wieder angezogen ist, was auf eine spürbar angestiegene Kaufbereitschaft zurückzuführen sei. Ein weiterer wesentlicher Indikator für eine Stabilisierung und mögliche Trendumkehr am deutschen Milchmarkt ist der deutliche Anstieg des Rohstoffwertes für Milch in den letzten Monaten. Der Rohstoffwert, der die Verwertungsmöglichkeit für Butter und Magermilchpulver wiedergibt, ist von seinem tiefsten Punkt im März 2009 bis dato um 4 Cent pro Kilogramm gestiegen. Nicht ins Bild passen daher die am 8. Oktober 2009 von einigen Discountern annoncierten zum Teil massiven Preissenkungen bei verschiedenen Käsesorten, zeigte sich der DBV verärgert. 
Damit es für die deutschen Milcherzeuger zu einer nachhaltigen Erholung der Milcherzeuger­preise kommt, forderte der DBV zudem die EU-Kommission auf, die positive Marktent­wicklung durch eine rasche Absatzförderung im In- und Ausland nachhaltig zu unterstützen. Nationale Alleingänge mit politischen Spielereien um die Milchquotenregelung würden nur den deutschen Milcherzeugern schaden, indem sie Wertschöpfung am Markt verlieren.
Deutscher Bauernverband

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