Aktuelles > DBV-Position zur Milchmarktpolitik bestätigt: Deutsche Milcherzeugung wird wettbewerbsfähiger

Artikel Details:

  • 24.09.2013 - 14:09 GMT
  • DBV
Landwirtschaft und Fischerei

DBV-Position zur Milchmarktpolitik bestätigt: Deutsche Milcherzeugung wird wettbewerbsfähiger

Der Deutsche Bauernverband (DBV) sieht sich in seiner Haltung über die Entwicklung des europäischen Milchsektors nach 2015 bestätigt. Anlässlich der europäischen Milchkonferenz zeigte sich DBV-Vizepräsident Udo Folgart in Brüssel überzeugt, „dass die deutschen und europäischen Milcherzeuger vom Wegfall der Milchquote profitieren werden. Ein Festhalten an einer aktiven politischen Mengensteuerung verursacht mehr Schaden als Nutzen.“ Zu diesem Ergebnis würden nicht nur der DBV und die europäischen Bauern- und Genossenschaftsverbände kommen, sondern auch eine Expertengruppe, die im Auftrag der Europäischen Kommission eine Studie über zukünftige Entwicklungen im europäischen Milchsektor erstellt habe. Zu den Experten zählten Professor Dr. Ludwig Theuvsen von der Universität Göttingen und fünf weitere Wissenschaftler aus ganz Europa.

In der Studie heißt es, dass die Abschaffung der Milchquote die europäischen Milcherzeuger insgesamt wettbewerbsfähiger machen werde, berichtet der DBV. Dies führe teilweise aber zu räumlichen Verschiebungen der Milchproduktion innerhalb der Europäischen Union. So sei vor allem in Portugal, Teilen von Spanien, Italien und Griechenland sowie im Baltikum und im nördlichen Finnland mit einem Rückgang der Milchanlieferungen zu rechnen. Insgesamt werde die europäische Milcherzeugung jedoch moderat ansteigen, so zum Beispiel in Deutschland, Österreich oder den Niederlanden. Der aktuelle Trend werde sich also weiter fortsetzen, hebt die Studie hervor.
 
Da die Wissenschaftler aber auch auf mögliche zukünftige Preisrückgänge hinweisen, forderte Folgart die Molkereien auf, das momentan sehr gute Vermarktungs- und Preisgeschehen zu nutzen, um die Unternehmen auch auf wieder schwierigere Marktsituationen vorzubereiten. Dies könne vor allem durch Entwicklung neuer Produkte und den Ausbau der Vermarktungswege geschehen. Zur Stellung im internationalen Wettbewerb machte Folgart klar, dass „wir mit unserer Lage in der Mitte Europas und den sehr guten Infrastrukturanbindungen durchaus einen Wettbewerbsvorteil haben. Einer der weltweit größten Absatzmärkte liegt vor unserer Haustür. Und Überschüsse können wir mit geringen Transportkosten exportieren“. Deutschland, so die Erkenntnis der Wissenschaftler, werde am deutlichsten von einer weiteren Liberalisierung des europäischen Milchmarktes profitieren.
 
„Wir dürfen aber die Regionen Europas, die weniger profitieren werden, nicht alleine lassen“, merkte Folgart an. Bei der nationalen Umsetzung der neuen Gemeinsamen Agrarpolitik (GAP) müsse deshalb besonders darauf geachtet werden, dass die Mittel der 2. Säule vor allem auch Milcherzeugerbetrieben in benachteiligten Regionen zugutekommen. Auch in diesen Regionen spiele Produktspezialisierung eine immer größere Rolle, entweder durch Ausweisung geographischer Indikatoren oder durch Labeling spezieller Haltungs- und Fütterungsmethoden.

keine Kommentare

Ihre Email-Adresse wird nicht veröffentlicht.
Abbrechen