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Landwirtschaft und Fischerei

DBV: Wird EU-Agrarreform stärker an Umweltmaßnahmen ausgerichtet?

Copa-Cogeca-Kongress verabschiedet Erklärung

Die EU-Kommission will offenbar die Gemeinsame EU-Agrarpolitik für den Zeitraum 2013 bis 2010 stärker am Umweltschutz ausrichten. Dies war einer Stellungnahme von EU-Agrarkommissar Dacian Ciolos und Vertretern der EU-Kommission auf dem Kongress der europäischen Landwirte in Brüssel zu entnehmen. Die europäischen Bauern- und Genossenschaftsverbände Copa-Cogeca veranstalteten den Kongress am 5. und 6. Oktober 2010, wenige Wochen vor den ersten Mitteilungen des EU-Agrarkommissars zur Weiterentwicklung der EU-Agrarpolitik.
In zwei Podiumsdiskussionen diskutierten die Kongressteilnehmer mit Vertretern der Kommission, des EU-Parlaments, der Agrarwirtschaft und Landwirten, wie die Bauern auf die neuen Herausforderungen Ernährungssicherheit, Klimaschutz und Preisschwankungen auf den Agrarmärkten reagieren können und wie die Landwirtschaft innerhalb der Lebensmittelkette so gestärkt werden kann, dass die Bauernfamilien in der EU bessere Einkommen erzielen können. Ein wettbewerbsfähiger Agrarsektor in der EU, der über 28 Millionen Menschen einen Arbeitsplatz bietet, muss auch in der neuen europäischen Strategie für Beschäftigung und Wachstum („Europa 2020“) einen herausragenden Stellenwert einnehmen. Damit erhält die EU-Agrarpolitik neben ihrer angestammten Bedeutung für die Bauernfamilien eine wirtschafts-, gesellschafts- und verbraucherpolitische Dimension.
In der Abschlusserklärung, die die Teilnehmer des COPA-COGECA-Kongresses verabschiedeten, heißt es, dass die Landwirte der EU und ihre Genossenschaften mehr und mehr Herausforderungen gegenüber stehen, insbesondere extremer Preisvolatilität, kostenintensiver Regelungen und Auflagen sowie der Bekämpfung des Klimawandels.
Copa-Cogeca unterstützt voll und ganz den Erhalt des ländlichen Raumes, aber das beste Mittel hierfür ist die wirtschaftlichen Stärke der Landwirte sowie ein ausreichendes Einkommen. Deshalb „muss die wirtschaftliche Entwicklung der Landwirte im Zentrum der zukünftigen Gemeinsamen Agrarpolitik stehen“, forderte Copa-Präsident Padraig Walshe die EU-Kommission, die Mitglieder des Europäischen Parlaments und die Minister der EU auf. Es müsse behutsam mit eventuell tief greifenden Änderungen in der EU-Agrarpolitik umgegangen werden. „Angesichts der Kombination aus steigender Nachfrage nach Lebensmitteln, dem Klimawandel und zunehmender Marktvolatilität kann die Ernährungssicherheit nicht länger als selbstverständlich angesehen werden“, so Walshe.

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